Immer weniger Erdbestattungen
TRIER. Das Grünflächenamt schließt zum 1. November auf dem Hauptfriedhof, den Anlagen im Westen und Süden der Stadt sowie in Ruwer und Ehrang einige nicht mehr benötigte Grabfelder.
Hauptgrund ist die weiter sinkende Zahl an Erdbestattungen. Damit wird ein Element des im Dezember 2010 vom Stadtrat verabschiedeten Friedhofskonzepts 2050 umgesetzt. Ziel ist, die mit Gräber belegten Flächen nach und nach in der Mitte der Friedhöfe zu konzentrieren und Freiflächen an die Ränder zu verlagern. Dort wird Rasen eingesät.
Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends vollzog sich im Bestattungswesen ein grundlegender Wandel. Nicht zuletzt angesichts der wachsenden Zahl an Single-Haushalten und oft weit verstreut lebender Familien werden Urnenbestattungen immer beliebter. Solche Grabstätten sind mit einem geringeren Pflegeaufwand für die Hinterbliebenen verbunden.
2001 hatten Urnenbestattungen auf den städtischen Friedhöfen einen Anteil von 36,3 Prozent, 2010 betrug er 62,5 Prozent. Noch über diesem Durchschnitt lagen vergangenes Jahr die Zahlen in Kernscheid, auf dem West- und dem Höhenfriedhof, in Euren, Pfalzel, Biewer, Eitelsbach, Ruwer und Quint.
Seit Anfang Juli 2010 wird mit Baumgräbern auf dem Haupt- und dem Südfriedhof in Trier eine relativ neue gemeinschaftliche Bestattungsform angeboten. Dabei wird eine Urne unter einem vorgegebenen Baum beigesetzt, dessen Umfeld naturnah gestaltet ist. Die Bepflanzung und Pflege übernimmt das Grünflächenamt. Das neue Angebot stößt auf große Resonanz: Vom Juli 2010 bis 27. Oktober fanden allein auf dem Hauptfriedhof 44 solcher Bestattungen statt. Um die Auswahl der gewünschten Grabform zu erleichtern, hat das städtische Grünflächenamt ein neues Infoblatt erstellt.
von 16vor
