HWK Trier steigt aus
TRIER. Nach dem Dauner Vulkaneifelkreis hat nun auch die Handwerkskammer ihren Ausstieg aus der Energieagentur Region Trier erklärt. Dabei bewertet HWK-Hauptgeschäftsführer Manfred Bitter die bisherige Arbeit der Agentur positiv.
Neun Gründungsgesellschafter zählte die EART, als sie Anfang 2010 mit ihrer Arbeit loslegte. Neben der Stadt Trier und den vier Landkreisen im Bereich des früheren Regierungsbezirks zählen die RWE Vertrieb AG, die Stadtwerke Trier und der Förderverein der Energieagentur zum Kreis der Gesellschafter.
Doch nun hat die Vollversammlung der HWK beschlossen, auszusteigen. Mit Wirkung zum 31. Dezember habe man die Mitgliedschaft in der Energieagentur gekündigt, bestätigte Kammer-Geschäftsführer Manfred Bitter am Freitag entsprechende Informationen von 16vor. Bitter weiter: „Die Handwerkskammer bewertet die bisherige Arbeit der Energieagentur positiv“. Die Energieagentur sei bisher vor allem mit der Erstellung des Regionalen Energiekonzeptes und dem Aufbau eines Kommunalservices mit der dazugehörigen Internetplattform befasst gewesen, berichtet Bitter weiter. Außerdem habe sie dazu beigetragen, ein regionales Netzwerk im Bereich Energieeinsparung und Klimaschutz aufzubauen. „Das Umweltzentrum der Handwerkskammer hat bei mehreren Veranstaltungen und Aktionen erfolgreich mit der Energieagentur kooperiert“, so Bitter.
Warum dann der Ausstieg: Laut Bitter genehmigte die Vollversammlung der Kammer 2009 Mittel für die Energieagentur bis Ende 2012. „Damit sollte eine Anschubfinanzierung geleistet werden. Eine dauerhafte Unterstützung der Agentur durch Mitgliedsbeiträge der Handwerkskammer war nicht geplant. Nach der Handwerksordnung gehört eine dauerhafte Beteiligung an einer Einrichtung wie der Energieagentur nicht zum Kerngeschäft einer Handwerkskammer“. Nachdem sich die Energieagentur erfolgreich in der Region etabliert habe, sehe man die Beibehaltung der Mitgliedschaft vonseiten der Handwerkskammer als „nicht mehr erforderlich“ an – zumal die Handwerkskammer selbst erhebliche Mittel aufwende, um mit ihrem eigenen Umweltzentrum Information und Beratung im Energiebereich anzubieten. Der Kammer-Geschäftsführer erklärt außerdem: „Hinzu kommt, dass das Land Rheinland-Pfalz zum 1. Juli 2012 eine Landesenergieagentur gegründet hat und bereits bestehende lokale Agenturen vom Land finanziell unterstützt werden sollen. Die Handwerkskammer geht davon aus, dass die Energieagentur für die Region Trier zukünftig durch das Land gefördert werden und somit der Austritt der Handwerkskammer Trier kompensiert werden kann“.
Achim Hill, Geschäftsführer der Agentur, bedauerte die Entscheidung der Kammer, die für ihn überraschend gekommen sei. Man müsse nun schauen, wie man die 10.000 Euro kompensiere, die bislang von der HWK beigesteuert worden seien. Noch im Juni hatte Manfred Bitter in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Initiative Region Trier den Beschluss des Dauner Kreistags kritisiert, aus der IRT auszusteigen. „An den paar Tausend Euro“, welche sich der Vulkaneifelkreis zuvor die Mitgliedschaft kosten ließ, könne der Austritt aus der Initiative wohl nicht erklärt werden, erklärte er seinerzeit. Da stand schon fest, dass sich die Dauner auch von der Energieagentur verabschieden würden, offiziell, um den Jahresmitgliedsbeitrag von 15.700 Euro einzusparen. Die mit den Stimmen von CDU, FDP und einer Bürgerunion getroffene Entscheidung bezeichnete OB Klaus Jensen damals als einen „Riesenfehler“ (wir berichteten).
von Marcus Stölb
