Grube und Nink: Bund ist schuld

TRIER/BERLIN. Der Streit um die Verantwortung für die Streichungen im Fernverkehr von und nach Trier geht in eine weitere Runde: Konzernchef Rüdiger Grube sieht die Bundesregierung in der Pflicht, die Moselstrecke für den Fernverkehr attraktiver zu machen.

Das geht aus einem Brief an den Trierer SPD-Abgeordneten Manfred Nink hervor. Die von Nink vorgeschlagene Verlängerung des IC 130 an Freitagen bis Luxemburg sei aus Sicht der Bahn „weder erforderlich noch wirtschaftlich darstellbar“, so Grube.

„Während die geografische Lage einer Stadt kaum veränderbar ist, wird die Schnelligkeit der infrastrukturellen Anbindung im Wesentlichen nicht durch die DB AG sondern die Bundespolitik beeinflusst, denn diese entscheidet letztendlich über die Höhe und Verteilung der Finanzmittel für den Aus- und Neubau der Infrastruktur“, schreibt Grube in seinem Brief an Nink.  Er selbst habe im vergangenen Jahr wiederholt darauf hingewiesen, „dass die Moselstrecke nur durch Fahrzeitgewinne gegenüber dem Regionalverkehr für den Fernverkehr attraktiver werden kann“, kommentierte der Sozialdemokrat die Äußerungen Grubes. Die für diesen Zweck geeigneten Baumaßnahmen habe Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) jedoch aus den Planungen des Bundes gestrichen.

„Auf der gegebenen Infrastruktur haben die teureren ICE- und IC-Züge keinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den parallel verkehrenden, gleich schnellen Nahverkehrszügen, die infolge der Regionalisierungsmittel ihr Angebot mit deutlich attraktiveren Tarifen wirtschaftlich anbieten können“, verteidigt Grube die Kürzungen im Fernverkehr. Der Bahnfernverkehr hingegen müsse „gemäß den bundespolitischen Vorgaben der Bahnreform eigenwirtschaftlich erbracht werden“, so Grube weiter.

Vor diesem Hintergrund sei auch die von Nink vorgeschlagene Verlängerung des IC 130 an Freitagen bis Luxemburg nicht „wirtschaftlich darstellbar“. Nink: „Dass die Deutsche Bahn meinen Vorschlag ablehnt, ärgert mich. Daran ändert auch nichts, dass der IC 130 ab dem 31. März 2012 an Samstagen wieder bis nach Trier und Luxemburg fahren soll. Eine solche durchgehende Verbindung von Köln über Koblenz und Trier bis nach Luxemburg am späten Freitagnachmittag wäre für Berufspendler eine größere Erleichterung.“

In den Fragen des Infrastrukturausbaus stimme er aber „grundsätzlich mit Grube überein“, so Nink. Die Bundesregierung müsse die finanziellen Mittel bereitstellen, um die Moselstrecke attraktiver für den Fernverkehr zu machen. „Der Bund ist verantwortlich für den Fernverkehr, nicht das Land oder irgendjemand sonst. Die Frage ist, wann mein Trierer KollegeBernhard Kaster und seine Freunde von CDU/CSU und FDP das endlich verstehen“, attackiert der SPD-Mann die politische Konkurrenz.

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