„Ganz großes Theater“

TRIER. In der Diskussion über die geplante Ausdünnung des Fernverkehrs von und nach Trier wirft der Bundestagsabgeordnete Manfred Nink (SPD) seinem CDU-Pendant Bernhard Kaster nun vor, den Überraschten zu mimen.

Die Abkopplung der Region vom Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn komme „keineswegs überraschend“, erklärte Nink am Mittwoch und ergänzte: „Der Bundesverkehrsminister hat nichts für eine Steigerung der Attraktivität der Moselstrecke getan und mein Trierer CDU-Kollege tut so, als sei er von der Entscheidung der DB AG überrascht worden. Das ist ganz großes Theater auf Kosten der Region“.

Bereits im Frühjahr habe er vor dem jetzt eintretenden Szenario gewarnt. Der SPD-Abgeordnete kritisierte erneut, dass sich das Bundesverkehrsministerium beim Ausbau der Strecke Koblenz-Trier-Luxemburg allein auf den zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Igel und der Luxemburger Grenze beschränke. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) entschied, auf weitere Maßnahmen wie die Weichenneubauten an der Konzer Brücke zu verzichten. Nink prophezeite damals: „Letztendlich wird sich die Situation für die Reisenden nicht sonderlich verbessern. Vor allem der Fernverkehr bleibt auf der Strecke. Die Moselstrecke bleibt unattraktiv.“ (wir berichteten)

Noch im August diesen Jahres habe der CDU-Abgeordnete Bernhard Kaster im Rahmen des Runden Tisches Verkehrsinfrastruktur der Initiative Region Trier eine weitgehende Abkopplung Triers vom DB-Fernverkehr abgestritten, wirft Nink dem Unionsmann vor. „Dass die Bahn nun aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit und schwacher Nachfrage Fernverkehrsverbindungen nach Trier streicht, ist nicht verwunderlich, sondern war abzusehen. Jeder in der Region, der so tut, als sei er überrascht, hat entweder die Entwicklungen in den vergangenen Monaten verschlafen oder versucht schwarz gelben Fehlentscheidungen Rückendeckung zu geben“. Nicht der Bahn sei die Region egal, sondern der Bundesregierung, so Nink.

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