FWG kritisiert OB Jensen
TRIER. Die Freien Wähler üben scharfe Kritik an OB Klaus Jensen und dem Stadtvorstand. Zugleich komplettierte der Verein jetzt wieder seine Spitze: Neuer FWG-Vize ist Hans-Alwin Schmitz.
Auf einer Mitgliederversammlung wurde der Eurener am Freitag zum Nachfolger des vor einem Jahr überraschend gestorbenen Alfons Willems gewählt. Doris Steinbach wurde zur Frauenbeauftragten, Sarah Lorenz zur Jugendvertreterin und Harald Thein-Reglin zum Seniorenbeauftragten der FWG gewählt.
Christiane Probst zeigte sich erfreut darüber, dass die nach der letzten Kommunalwahl gebildete „linke Haushaltsmehrheit“ im Stadtrat auseinandergebrochen ist. Dies sei für die Stadtpolitik positiv, denn der politische Wille zur fraktionsübergreifenden Zusammenarbeit sei den Freien Wähler „wichtiger als ideologisches Denken“. Probst griff derweil den Stadtchef an: Trotz guter Vorsätze habe Klaus Jensen „leider aufgehört, in der Stadtpolitik zu führen“. Bei Betriebsbesuchen der FWG-Fraktion werde zudem „immer wieder beklagt, dass der Oberbürgermeister kein Mann der Wirtschaft“ sei. Dies zeige sich unter anderem darin, dass er sein Wahlversprechen, die Wirtschaftsförderung zur Chefsache zu machen, leider nicht eingelöst habe. Massiv kritisierten die beiden FWG-Ortsvorsteher Werner Pfeiffer und Hans Alwin Schmitz die „mangelnde Kommunikation innerhalb des Stadtvorstandes“. Dies erschwere die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitiker und habe negative Auswirkungen bis in die Stadtteile
Weiter wies Fraktionsvorsitzende Christiane Probst darauf hin, dass die Fraktion nicht eher Ruhe gebe, bis die Verwaltung ihre mehrfach gegebene Zusage, dem Stadtrat eine konsequente Aufgabenkritik mit einer Prioritätenliste vorzulegen, um die knappen finanziellen Mittel dem wirklichen Bedarf entsprechend einzusetzen, eingelöst habe. Die FWG bekräftigte zudem ihre Forderung nach dem Bau des Moselaufstieges. Vereinschef Professor Hermann Kleber appellierte derweil an die Mitglieder, sich weiter in die Stadtpolitik einzubringen und verstärkt um neue Mitglieder, besonders auch jüngere Menschen, zu bemühen. Die Freien Wähler benötigten Menschen, „die Verantwortung übernehmen, Mut zur Veränderung zeigen und eine gemeinsame Zukunft gestalten möchten“.
Die FWG wurde vor 20 Jahren vom langjährigen Trierer SPD-Fraktionsvorsitzenden Manfred Maximini als UBM gegründet. Der Kürenzer ist heute Ehrenvorsitzender des Vereins und kündigte an, dass das Jubiläum im September oder Oktober mit einem offiziellen Bürgerempfang gefeiert werden soll. Bei der letzten Kommunalwahl, bei der Maximini erstmals nicht als Spitzenkandidat angetreten war, hatte die FWG kräftig Federn lassen müssen: Statt neun hatte man nur noch fünf Sitze am Augustinerhof ergattert. Wenige Monate später wechselte dann Ex-Sozialdemokrat Peter Spang zur FWG.
von Marcus Stölb
