Frühe Ansichten Triers

TRIER. Das Stadtmuseum hat ein Konvolut verschiedener Stadt- und Moselansichten übereignet bekommen. Die 120 Blätter stammen aus Privatbesitz und zeigen historische Ansichten Triers, darunter einzelne Bauwerke der Moselstadt sowie umliegende Ortschaften.

Mit der Schenkung kann das Stadtmuseum die Lücken im bisherigen Bestand der Sammlung schließen. Bei den meisten Arbeiten handelt es sich um Grafiken aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Drei frühe Ansichten Triers gehen sogar bis ins Jahr 1560 zurück. Vermutlich fertigte sie Giacomo Valegio, ein italienischer Zeichner und Kupferstecher, der sich auf Stadtansichten spezialisiert hatte. Zwölf Blätter datieren im 20. Jahrhundert und stammen von dem Trierer Peter Krisam, von dem das Stadtmuseum bereits einige Aquarelle und Ölgemälde besitzt.

Besonders stechen einige handkolorierte Moselmotive Carl Bodmers aus der Schenkung heraus. Der Schweizer Maler, Zeichner und Radierer machte sich vor allem als Illustrator einen Namen. In Deutschland wurde er bekannt mit seinen zart aquarellierten Landschaften des Rheins, der Mosel und der Lahn. Sie entstanden, als er im Jahr 1828 mit 19 Jahren die Schweiz verließ und über Basel rheinabwärts nach Koblenz wanderte. Unterwegs hielt er etwa 60 Veduten und romantische Rhein- und Mosellandschaften fest, die später in einem Verlag als Einzelbilder und in Buchform erschienen. Im Jahr 1831 wurde sein Album „Malerische Ansichten der Mosel von Trier bis Coblenz“ veröffentlicht.

Stadtansichten und Landschaftsdarstellungen waren im 19. Jahrhundert überaus populär. Sie wurden für Sammler und Touristen gefertigt, als Reiseandenken oder Geschenk für Daheimgebliebene. Die Reiseillustration erlebte einen großen Aufschwung, da das Reisen insgesamt komfortabler und bezahlbarer wurde. Bodmer kam damit einem wachsenden Interesse entgegen. Diesen Trend bediente unter anderem Johan Anton Ramboux, dessen „Malerische Ansichten der merkwürdigsten Alterthümer und vorzügliche Naturanlagen im Moselthale bey Trier“ sich ebenfalls im Besitz des Stadtmuseums befinden.

Das Stadtmuseum Simeonstift plant, die Moselansichten in absehbarer Zeit auszustellen.

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