Erneut Vorwürfe gegen Priester

TRIER/SAARBRÜCKEN. Gegen zwei Priester aus dem Bistum Trier werden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen erhoben. Einer der beiden Geistlichen war in den 70ern in der Trierer Pfarrei Herz-Jesu tätig.

Einem Ruhestandsgeistlichen aus Saarbrücken hat Generalvikar Dr. Georg Holkenbrink im Auftrag von Bischof Dr. Stephan Ackermann untersagt, öffentlich die Heilige Messe zu feiern und andere Sakramente zu spenden. Zudem soll der Priester nicht mehr an Veranstaltungen der Pfarrei, in der er wirkte und noch lebt, teilnehmen. Den Pfarrer von Lebach-Gresaubach und Schmelz-Limbach im Saarland hat der Generalvikar von seinem Dienst als Pfarrer beurlaubt.

Der Ruhestandsgeistliche aus Saarbrücken habe eingeräumt, in den 1980er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben. Das Bistum Trier hat unabhängig von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Ein forensisches Gutachten werde erstellt. Letztlich werde dann der Apostolische Stuhl über das weitere Vorgehen im Sinne des Kirchenrechtes entscheiden, teilte das Bistum mit. Unabhängig hiervon ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Man habe „aufgrund von polizeilichen Ermittlungen von den Vorwürfen erfahren“, so das Bistum.

Auch gegen den Pfarrer von Lebach-Gresaubach und Schmelz-Limbach wurde entsprechend der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz die kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet. Der Pfarrer habe daraufhin selbst die Staatsanwaltschaft informiert. Ein Opfer hatte sich direkt an die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Trier gewandt. Der Priester soll Anfang der 1970er Jahre einen Messdiener sexuell missbraucht haben. Damals war der Beschuldigte Kaplan in der Trierer Pfarrei Herz Jesu. Der Beschuldigte habe den Missbrauch zugegeben.

Bei Überprüfung der Personalakte des Priesters sei festgestellt worden, dass es in den 1970er Jahren einen weiteren Hinweis auf sexuelle Übergriffe durch den Priester gegeben hat. Er war dann lange in der Krankenhaus-Seelsorge tätig, bevor er 1990 Pfarrer im Saarland wurde. „Aus heutiger Sicht war es sicher ein Fehler, dem Beschuldigten damals die Leitung einer Pfarrei anzuvertrauen“, sagte Generalvikar Holkenbrink. Von Missbrauchs-Fällen aus der Pfarrer-Zeit des Beschuldigten sei dem Bistum Trier aber nichts bekannt.

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