Erinnerungen von Kindern im KZ

TRIER. Das Referat für Antirassismus und Antifaschismus des AStA der Universität Trier zeigt derzeit die Wanderausstellung „Kinder im KZ Theresienstadt – Zeichnungen, Gedichte, Texte“ in den Räumlichkeiten der Katholischen Studierenden Jugend Trier (KSJ).

Die Ausstellung wurde vom Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V. in Zusammenarbeit mit Edith Erbrich konzipiert, die zum Auftakt am vergangenen Sonntag den rund 50 Besuchern und Besucherinnen eindrucksvoll erzählte, wie sie noch Anfang 1945 als damals siebenjähriges Mädchen von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde – und es überlebte. Die Ausstellung erinnert auf 15 Tafeln an das Schicksal der etwa 11.000 nach Theresienstadt verschleppten jüdischen Kinder, von denen über 10.000 den grausamen Lageralltag nicht überlebten oder später in den Vernichtungsfabriken von Auschwitz, Sobibor, Treblinka und Majdanek ermordet wurden.

Ihre Zeichnungen, Gedichte und Texte stehen im Mittelpunkt der Ausstellung und skizzieren künstlerisch den täglichen Überlebenskampf im KZ Theresienstadt aus Sicht der jüngsten Opfer des Nationalsozialismus. Ergreifend erzählen die originalgetreuen Reproduktionen und Übersetzungen von den Ängsten und Leiden der Kinder ebenso, wie von jenen Hoffnungen und Träumen, die sie sich oftmals selbst unter den menschenunwürdigsten Bedingungen noch zu bewahren vermochten. Auf diese Weise kann die Ausstellung insbesondere ihren jüngeren Besuchern und Besucherinnen die Möglichkeit eröffnen, einen ganz individuellen Ansatz des Gedenkens zu entfalten, der nicht abstrakte Zahlen und Tabellen zum Gegenstand hat, sondern konkrete Biographien und Menschen in ihrer Einzigartigkeit.

Als weiteres Rahmenprogramm zur Ausstellung ist zudem für Sonntag eine Lesung des Koblenzer Autors Ernst Heimes aus seinem Buch „Mirjam Ghettokind“ geplant, in welchem er den Leidensweg einer fiktiven jüdischen Familie und deren Tochter Mirjam in die historischen Begebenheiten des Ghetto Theresienstadt einbettet.

Am Sonntag, 28. Oktober, wird Georg Mertes, Mitarbeiter der Gedenkstätte KZ Hinzert, die Ausstellung mit einem Vortrag über die Frage abschließen, wie vermeintlich „normale“ Menschen unter dem Vorwand einer fanatischen Rassen- und Vernichtungsideologie zu grausamem Folterknechten und Massenmörder werden konnten.

Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, 28. Oktober, zugänglich und hat täglich von 10 bis 18 Uhr sowie für Gruppen gerne auch nach Absprache geöffnet.

Weitere Informationen zur Ausstellung unter http://www.widerstand-1933-1945.de.

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