Erinnerung an Zwangsarbeiter

TRIER. Unter dem Motto „Erinnerung bewahren“ befasst sich ab dem 16. Januar in der Volkshochschule eine Ausstellung mit dem Schicksal polnischer Zwangsarbeiter im Dritten Reich.

Die Präsentation im Atrium des Palais Walderdorff ist ein Schwerpunkt der regionalen Veranstaltungsreihe zum bundesweiten Gedenktag für NS-Opfer am 27. Januar. Allein aus Polen mussten rund drei Millionen Männer, Frauen und Kinder in KZs oder Fabriken arbeiten.

Seit 15 Jahren stellen die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) den Veranstaltungszyklus rund um den Gedenktag ins Zentrum ihrer Erinnerungsarbeit. Seit 2011 veranstalten sie ihre Reihe in Zusammenarbeit mit der AG Frieden und dem städtischen Bildungs- und Medienzentrum. Die Kooperation hat sich nach Einschätzung von Rudolf Hahn, Leiter des Bildungszentrums, bewährt. Das gelte zum Beispiel für das Atrium als Schauplatz der Ausstellungen. „Dort kommen pro Tag oft mehrere hundert Kunden der benachbarten Bibliothek vorbei, die sonst nicht unbedingt für eine solche Ausstellung kommen würden“, betonte er bei der Vorstellung des Programms.

Die polnischen Zwangsarbeiter waren nach Angaben von Thomas Zuche (AG Frieden) besonderen Schikanen ausgesetzt. In der Region Trier waren Zwangsarbeiter unter anderem beim Bau der Autobahn rund um Wittlich und des Tunnels in Saarburg sowie beim Schuhproduzenten Romika eingesetzt. Dieses Unternehmen trat 2000 dem Entschädigungsfonds der deutschen Wirtschaft für Zwangsarbeiter bei (wir berichteten).

OB Klaus Jensen eröffnet die von der Stiftung „Deutsch-Polnische Aussöhnung“ konzipierte Ausstellung am kommenden Montag um 19 Uhr. Sie ist bis 4. Februar im Palais Walderdorff zu sehen und wird anschließend vom 6. bis 11. Februar im A/B-Gebäude der Universität gezeigt. Das Veranstaltungsprogramm bietet außerdem einen „Stolperstein“-Rundgang zum Gedenken an NS-Trierer Opfer (27. Januar) und den Film „Liebe als Verbrechen – KZ als Strafe“ (3. Februar).

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