Egbert-Eltern machen Front
TRIER. Der Schulelternbeirat der Egbert-Grundschule macht Front gegen Überlegungen, den Standort von der Olewiger Straße in die Kaiserstraße zu verlegen. Unter anderem wird die „katastrophale Verkehrsanbindung“ ins Feld geführt.
Im seit wenigen Wochen vorliegenden Schulentwicklungplan wird vorgeschlagen, die Egbert- und die Barbara-Grundschule im Gebäude der früheren Robert-Schuman-Realschule in der Kaiserstraße zusammenzufassen. Derzeit befinden sich dort Klassen der Nelson-Mandela-Realschule plus, deren weiterer Standort in der nahe gelegenen Speestraße liegt.
Gegen die Aufgabe des bisherigen Standorts regt sich im Stadtteil Mitte-Gartenfeld Widerstand. Die Kaiserstraße sei eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße, gibt man zu bedenken. „Die meisten Kinder der Egbert-Grundschule leben im Stadtteil Gartenfeld. Für sie wäre die Kaiserstraße fußläufig nicht sicher erreichbar. Die Schaffung erforderlicher Haltestellen für Busse und PKW wäre nicht nur mit Kosten, sondern auch mit erheblichen Beeinträchtigungen des Durchgangsverkehrs verbunden“, heißt es in einer Stellungnahme des Schulelternbeirats, die 16vor vorliegt. Zudem reichten die derzeit vorhandenen 13 Klassenräume in der Kaiserstraße für die erwarteten vier Züge der GS Barbara/Egbert mit 16 Klassen nicht aus. „Es gibt keinen Mehrzweckraum, keine Sportstätten und keine Mensa mit Küche für den Ganztagsbetrieb. Die Anpassung und Erweiterung des Altbaus an die neue Nutzung (inkl. Barrierefreiheit) wäre mit extrem hohen Investitionskosten verbunden“, argumentieren die Egbert-Eltern. Die geringe Grundstücksgröße erschwere zudem Erweiterungsbauten.
Der aktuelle bauliche Zustand der Egbert-Grundschule dürfe nicht über die „vorhandenen Standortvorteile hinwegtäuschen“, greift der Schulelternbeirat auch ein zentrales Argument auf, das als Grund für eine Verlagerung genannt wird – der hohe Sanierungsbedarf in der Olewiger Straße. Die derzeitige räumliche Aufteilung der Egbert- und Ausonius-Grundschule sei jedoch für die in der Innenstadt lebenden Kinder ideal. „Im Stadtteil Gartenfeld findet derzeit ein demographischer Wandel statt, der dort zu einem höheren Anteil an jungen Familien mit schulpflichtigen Kindern führen wird, als im Schulentwicklungsplan prognostiziert. Eine von uns durchgeführte Umfrage bei den innerstädtischen Kindergärten hat ergeben, dass 98 Prozent der befragten Kita-Eltern aus dem Schulbezirk ihr Kind am derzeitigen Standort einschulen würden. Aufgrund der fehlenden Verkehrssicherheit am Standort Kaiserstraße würden viele Eltern aus dem Stadtteil Gartenfeld ihre Kinder eher an andere Grundschulen bringen“. Zudem biete sich die Egbert-Grundschule auch für Kinder aus Kürenz und vom Petrisberg an.
Der parkähnliche Charakter des Schulgeländes in der Olewiger Straße eröffne darüber hinaus die Chance, „Kinder naturnah in ‚Grünen Klassenzimmern‘ zu unterrichten. Das Grundstück ‚bietet Platz für Bewegung und Rückzug'“. Der Schulelternbeirat schlägt außerdem vor, mögliche Synergieeffekte zu prüfen. So könne beispielsweise auch das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium von einer Erweiterung der Egbert-Grundschule profitieren, heißt es in der Stellungnahme. Gleichzeitig solle geprüft werden, ob die Grundschule den Sportplatz oder den Gymnastikraum des FWG nutzen könne. Des Weiteren könnten Räumlichkeiten für Veranstaltungen im Amphitheater genutzt werden, schlagen die Eltern vor, die sich für einen Verbleib am derzeitigen Standort und den Erhalt der Zweizügigkeit aussprechen.
von Marcus Stölb
