Dolphins verlieren in München
MÜNCHEN. Rückschlag im Rennen um die Playoff-Plätze: Nach der 70:87-Niederlage beim USC München ist die Meisterschaftsrunde für die Dolphins in weite Ferne gerückt. Auch die Konkurrenz aus Frankfurt und Gotha feierte Siege und erhöht damit den Druck auf die Moselstädter.
Die Vorbereitung auf das Spitzenspiel verlief holprig. Die sechs Kanadier in Reihen der Immovesta Dolphins Trier waren am Samstag erst fünf Stunden vor dem Tip-Off in München gelandet. Sie hatten in der Woche einen Lehrgang des kanadischen Verbandes in Las Vegas absolviert und hingen aufgrund eines verspäteten Fliegers über zwölf Stunden am Flughafen in Toronto fest. Passiwan blieb also kaum Zeit, seine Mannschaft auf die wichtige Partie bei Playoff-Konkurrent München einzustimmen.
Umso beeindruckender, dass die Dolphins dem Tabellendritten zunächst auf Augenhöhe begegneten. Das erste Viertel ging knapp an München (19:16). Ausgeglichen waren auch die zweiten zehn Minuten. Zur Pause war in der Städtischen Sporthalle an der Säbener Straße noch alles offen. Die Dolphins lagen knapp zurück, blieben aber in Reichweite (34:39).
Doch im dritten Viertel konnten die Trierer dem Tempo der Hausherren nicht mehr folgen. Das Sextett aus Kanada war platt, die anstrengende Reise und das Jetlag hatten Spuren hinterlassen. Janet McLachlan schoss einige Fahrkarten aus dem Feld, Chad Jassman verteilte im Aufbau die Bälle nicht so souverän wie gewohnt und Tara Feser war in der Verteidigung oft einen Tick zu spät. Die 31-jährige kassierte in nur acht Spielminuten vier Fouls und musste sich weite Teile der zweiten Halbzeit von der Bank aus ansehen.
Die Bayern spielten sich hingegen in einen Rausch und trafen aus allen Lagen. Vor dem Schlussviertel war die Partie bereits entschieden (64:46). Die Münchener Benjamin Ryklin, Sebastian Magenheim und Ben Döhring warem an diesem Tag nicht zu stoppen – insgesamt 75 Zähler steuerte das Trio zum Erfolg seiner Mannschaft bei. „Sie haben unsere Verteidigung oft alt aussehen lassen“, erklärte ein enttäuschter Dirk Passiwan.
Triers Spielertrainer war mit 40 Punkten wieder einmal bester Korbjäger und glänzte mit einer Wurfquote von fast 70 Prozent. Kendra Ohama gab mit acht Zählern einen gelungenen Einstand.
Mit Vizemeister Zwickau ist am Samstag um 14:30 Uhr ein harter Brocken in der Wolfsberghalle zu Gast. „Wir geben nicht auf, glauben weiter an die Playoffs. Wir werden Extraschichten schieben und bis Samstag an unserer Defensive arbeiten.“
Immovesta Dolphins Trier: Feser (4), Herrmann (1), Jassman (6), Jewells (0), McLachlan (7), Moseley-Williams (2), Ohama (8), Passiwan (40) , Schmitz (0) und Stewart (2)
von 16vor
