Die Geschichte des Frauenfußballs
TRIER. Die Europäische Kunstakademie präsentiert zur Frauen-Fußball WM ein vielfältiges Kulturprogramm mit Public Viewing zu den Spielen der deutschen Elf.
Oberbürgermeister Klaus Jensen eröffnet am Sonntag, 26. Juni, gegen 16 Uhr die Ausstellung „ballkünstlerINNEN – unbeschreiblich weiblich“. Angelika Winter, Frauenbeauftragte im Trierer Rathaus, präsentiert gegen 16.30 Uhr die historische Sportschau „Verlacht, verboten und gefeiert – zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland“. Das von dem Schriftsteller und Journalisten Dr. Jürgen Nendza moderierte Programm bietet O-Töne, Kurzfilme und weitgehend unveröffentlichte Bilder aus knapp 100 Jahren. Um 18 Uhr ist in der Kunstakademie die Auftaktpartie gegen Kanada zu sehen.
Charlotte („Lotte“) Specht war eine Pionierin. Sie gründete 1930 mit dem 1. DDFC Frankfurt den ersten deutschen Frauenclub. Die Reaktionen reichten von Hohn und Spott bis zu Beschimpfungen als „Mannweiber“ oder „Suffragetten“. Bei einem Spiel mit einer Männerelf im pfälzischen Frankenthal hingegen wurden sie als das genommen, was sie waren, ein „paar junge Frauen, die Spaß am Fußball hatten und keine Revoluzzerinnen gegen Männer“, wie Karl-Heinz Huba in seiner „Fußball-Weltgeschichte“ feststellt. Wie der Kampf um die gleichberechtigte Teilhabe am Fußball weiterging, erleben Frauen und Männer, Mädchen und Jungen vor dem WM-Eröffnungsspiel in einem einstündigen multimedialen Vortrag.
Frauenfußball boomt und gilt heute mit über 20 Millionen Aktiven als weltweit beliebtester weiblicher Teamsport. Trotz der gestiegenen Aufmerksamkeit und mehr als einer Million weiblicher Mitglieder im DFB ist Fußball noch immer eine stark männlich dominierte Sportart. Das zeigt sich nach Einschätzung von Frauenbeauftragter Winter vor allem in den Vereins- und Verbandsvorständen, wo der Frauenanteil bei zehn Prozent liegt.
von 16vor
