„Der OB ist zuständig“

TRIER. In der Auseinandersetzung um das Parken am Moselstadion haben sich die Fronten zwischen Stadtvorstand und Eintracht-Spitze verhärtet. Harry Thiele, Vorstandsmitglied des Vereins, wirft dem Rathaus ein „Pingpongspiel“ vor.

Vor den Herbstferien hatte der Stadtrat auf Antrag der CDU entschieden, den Radweg entlang der Zurmaiener Straße während der Heimspiele der Eintracht als Stellfläche umzuwidmen. Ginge es nach der Eintracht, würde der Beschluss bereits an diesem Freitag erstmals umgesetzt – während des Heimspiels gegen den SC Verl. Doch dazu wird es wohl nicht kommen, denn Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani teilte dem Verein jetzt mit, dass sie an ihrer bekannten Haltung festhalte und nicht beabsichtigt, den Beschluss umzusetzen.

Es sei ein „Unding“, dass die Rechtslage noch immer nicht geklärt sei, empört sich nun Harry Thiele. In der vergangenen Woche schrieb der Verein die Dezernentin an, schließlich obliege die „endgültige Entscheidung“ dem in ihrem Bereich angesiedelten Straßenverkehrsamt. In dem Schreiben habe man angefragt, ob der Beschluss schon an diesem Freitag in die Tat umgesetzt werden könne. Am Mittwoch erreichte den Verein die Antwort aus dem Rathaus, das an Eintracht-Vorstand Ernst Wilhelmi adressiert ist. Kaes-Torchiani schreibt: „Alles Handeln der Stadt ist auch dem Grundsatz verpflichtet, im gesamten Stadtgebiet nach einheitlichen Maßstäben zu verfahren“. Die von der Eintracht „erneut vorgetragene Frage ist vom Stadtvorstand der Rechtslage entsprechend entschieden worden“. Die Dezernentin schreibt weiter: „Es handelt sich um eine der Stadt gesetzlich übertragene Auftragsangelegenheit, die nicht der Zuständigkeit und Entscheidungskompetenz der Selbstverwaltungsgremien unterliegt.“ Doch Kaes-Torchiani gibt es den Ball weiter: „Es liegt in der Zuständigkeit des Oberbürgermeisters der Stadt Trier als dem Vorsitzenden des Stadtvorstandes, über Weiteres zu entscheiden“.

DFB-Pokal: 2.000 HSV-Fans erwartet

Klaus Jensen weilt derzeit im Urlaub, womit die Entscheidung vor dem Heimspiel am Freitag nicht mehr fallen dürfte. Mit ihrem Hinweis nimmt Kaes-Torchiani nun den Stadtchef in die Pflicht, der sich nun klar positionieren muss. In der besagten Stadtratssitzung hatte Jensen das vermieden: Wegen seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat des Vereins hatte er sich für befangen erklärt und während der Behandlung des Tagesordnungspunkts den Saal verlassen. Statt ihm stimmte Sportdezernentin und Bürgermeisterin Angelika Birk (B90/Die Grünen) ab, die gegen den Antrag der CDU votierte.

Thiele ist nun sauer: „Hier wird sich der Ball hin- und hergespielt. Auf der Strecke bleibt weiter das Votum des Rates und der Wille von über 2.300 Unterzeichnern, die sich für das zeitlich begrenzte parken am Moselstadion ausgesprochen haben“. Der Eintracht-Vorstand weiter: „Dieses Herumlavieren hilft keinem weiter.“

Unterdessen teilte die Eintracht mit, dass bereits knapp zwei Wochen vor dem DFB-Pokalspiel der zweiten Hauptrunde gegen den Hamburger SV das Moselstadion restlos ausverkauft ist. 10.300 Besucher werden am 25. Oktober dabei sein und auf eine neuerliche Pokalsensation der Blau-Schwarz-Weißen hoffen, sofern sie nicht zu den 2.000 Anhängern der Gäste zählen. Soviel Karten seien über den HSV abgesetzt worden, teilte der Verein mit.

Trotz Zusatztribüne wird die Zuschauerzahl am 25. Oktober nur geringfügig über der angestammten Kapazität von 10.256 liegen: Zwischen dem Fanbereich der Hamburger in der Westkurve und den SVE-Fans auf der Gegengeraden müsse ein Sicherheitspuffer eingerichtet werden, wodurch wiederum einige hundert Stehplätze nicht in den Vorverkauf gehen konnten, erklärte die Eintracht.

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