Bereicherung fürs Stadtmuseum

TRIER. Das Stadtmuseum besitzt zwei neue Pastellporträts. Der Verein der Freunde des Stadtmuseums Trier e.V. erwarb die qualitätvollen Bildnisse aus Privatbesitz und schenkte sie dem Haus.

Beide Arbeiten entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und stammen aus der Hand der in Trier tätigen Pastellmalerin und Schriftstellerin Franziska Riotte (1845–1922). Die eine Darstellung zeigt ein Kinderporträt, das andere (s. Abbildung) das Brustbild einer Frau, bei der es sich um die Tante der Künstlerin, Susanne Elisabeth Angel (1827–1904), handelt.

Vor nicht näher bestimmten Hintergrund blickt die Dargestellte den Betrachter ernst und unmittelbar an. Das Porträt ist auch von kulturhistorischer Bedeutung, vermittelt es doch anschaulich ein Bild von der Mode der damaligen Zeit. Deutlich ist das schlichte, vorn geknöpfte schwarze Kleid zu erkennen, das am Hals mit einem feinen Spitzenkragen abschließt. Dezent eleganter Goldschmuck – eine Brosche, ein dazu passender Ohrring und um den Hals ein einfaches Goldkreuz an einer Kette – runden das äußere Erscheinungsbild ab. Die Haare trägt die Porträtierte streng gescheitelt und im Nacken vermutlich zu einem Knoten zusammengebunden.

Über die Künstlerin Franziska Riotte ist nur wenig bekannt. Sie wurde am 18. Mai 1845 in Grünstadt in der Pfalz geboren und machte – wie auch schon ihr Vater Anton Riotte – das Porträtmalen zu ihrem Beruf. Später kam Franziska Riotte nach Trier und arbeitete hier als Pastellmalerin. Bildnisse aus ihrer Hand haben sich in Privatbesitz erhalten. Seit 1884 betätigte sich Riotte auch als Schriftstellerin und verfasste Novellen, Romane und Humoristisches.

Die Neuerwerbungen für das Stadtmuseum wurden dank der finanziellen Unterstützung des Freundeskreises möglich gemacht. Die Bildnisse stellen eine wichtige Ergänzung der Sammlung zur Stadtgeschichte dar. Außerdem sind sie seltene Zeugnisse einer professionellen Künstlerin, was das Museum nach eigenen Angaben sehr freut, da Frauen aufgrund der historischen Dominanz von Männern in der Sammlung unterrepräsentiert sind.

Das Porträt kann ab kommenden Dienstag während der regulären Öffnungszeiten des Museums, also täglich, außer Montag, von 10 bis 17 Uhr besucht werden.

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