Bedeutender Fund in St. Matthias

TRIER-SÜD. Bei Bauarbeiten im Kreuzgang der Abtei St. Matthias sind Bauarbeiter und Archäologen auf einen Estrichboden gestoßen, der nach Einschätzung der Experten auf jeden Fall älter ist als der des heutigen Kreuzgangs.

„Im Zuge der Kreuzgangsrenovierung wurde in der Südwest-Ecke die Bodenplatten aufgenommen, um Trockenlegungsmaßnahmen durchführen zu können. Dabei kam ein Schichtenpaket zutage, das sowohl Reste des ursprünglichen Estrichbodens des gotischen Kreuzganges bewahrt hat als auch überraschenderweise einen tiefer liegenden, sehr qualitätvollen älteren Estrichboden, der zu einem Vorgängerbau des jetzigen Klostergebäudes gehören muss“, erläutert der ehemalige Direktor des Trierer Museums am Dom und Bistumsarchäologe  Professor Winfried Weber. Vielleicht handele es sich um Reste des unter Erzbischof Egbert (977-993) begonnenen Kirchen- und Klosterneubaus, vielleicht aber auch erst um eine Baumaßnahme im Rahmen des romanischen Kirchenbaus, der 1148 durch Papst Eugen III. geweiht worden war. „Der Befund, der jetzt genauer untersucht und ausführlich dokumentiert wird, ist in jedem Fall von besonderer Bedeutung, da über die älteren Klosterbauten bisher nur sehr wenig bekannt ist“, führt Weber, der auch dem Wissenschaftlichen Beirat der St. Matthias Stiftung angehört, weiter aus.

Eher zufällig habe man die Aushubarbeiten im Rahmen der Voruntersuchung an dieser Stelle vorgenommen. Hätten die Bauarbeiter einen Meter daneben angefangen zu graben, wären sie nur auf Erdreich gestoßen und der historische Estrich vorerst nicht entdeckt worden. In den kommenden Wochen werden die zwei Joche in der Südwestecke zu Probezwecken verputzt, das dritte, oberhalb des gefundenen Estrichbodens, bleibt vorerst frei. Die Archäologen des Diözesanmuseums werden versuchen, den Estrich genauer zu datieren.

Einen ausführlichen Bericht zur Restaurierung des Kreuzgangs finden Sie hier: Eine komplizierte Baustelle

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