Am Ende noch ein „Amen“
TRIER. „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen! Amen.“ Mit diesen letzten Worten aus der Apokalypse (Kap. 22,21) hat der Bibelroboter vor dem Dom am Montag seine Aufgabe, die Bibel in der Lutherübersetzung zu schreiben, beendet.
Gut eineinhalb Monate vor dem geplanten Ende der Aktion ist er fertig geworden. Micha Flesch, Kulturbeauftragter des Bistums Trier und der Heilig-Rock-Wallfahrt, erklärt: „Wir hatten mit deutlich mehr Pannen und Aussetzern gerechnet, aber neben einigen kleineren Wartungspausen ist der Roboter eigentlich nie länger ausgefallen.“ Rund 2.000 Buchseiten hat die Maschine mit der schönen „Handschrift“ geschrieben, Flesch schätzt, dass zwischen 4,5 und 5 Millionen Zeichen und Buchstaben geschrieben wurden, und das alles bloß mit etwas mehr als einem Liter Tinte. Die Seiten sollen zu einem Buch gebunden werden, über die weitere Verwendung werde noch beraten, erklärt Flesch.
Nun muss der Roboter bis Ende März „nachsitzen“: Er wird noch einmal die die vier Evangelien schreiben. Das, sagt Flesch, sei sehr passend: „Denn bei der Wallfahrt geht es ja um Jesus Christus, sein Leben, sein Sterben und seine Auferstehung.“
Seit dem 6. Mai 2011 – dem Heilig-Rock-Fest, mit dem das Jahr der geistlichen Vorbereitung auf die Wallfahrt eröffnet wurde – hat die Installation „bios bible“ der Karlsruher Künstlergruppe robotlab die Bibel in der Luther-Übersetzung abgeschrieben. Nach Aussagen von Tourismusexperten haben in dieser Zeit zwischen einer Million und 1,3 Millionen Menschen die Installation gesehen. In Trier hat sie es zu einem regelrechten Stammpublikum gebracht.
von 16vor
