Aktionswoche mit Braunbehrens
TRIER. Unter dem Motto „Rüstungsexporte – Zeit zum Aufschrei“ findet in Trier eine Aktions- und Informationswoche statt. Zu den Referenten zählt auch Burkhart Braunbehrens, Mitgesellschafter des „Leopard“-Produzenten Krauss-Maffei Wegmann.
Deutschland ist führend in Europa und inzwischen drittgrößter Rüstungsexporteur weltweit. Diese umstrittene Spitzenposition ruft nicht nur Friedens- und Menschenrechtler auf den Plan. Millionen von Verstümmelungsopfern, tausendfacher Tod, die Profitgier des militärisch-industriellen Komplexes und die durch Bindung von Haushaltsgeldern verursachten ‚Entwicklungshemmnisse‘ in Ländern des globalen Südens seien Folgen und Begleiterscheinungen deutscher Rüstungsexporte, argumentieren Kritiker.
Die Aktionswoche startet an diesem Montag, 12. November, mit dem Spielfilm „Lord of War“, der die dunklen Kanäle der Waffenbeschaffung thematisiert (Broadwaykino, 19.30 Uhr). Am Dienstag berichtet Emanuel Matondo zunächst um 16 Uhr an der Universität Trier (ESG, Im Treff 19) und um 19.30 Uhr im Kokolores (Domfreihof 1b, direkt neben der Volkshochschule) über die Auswirkungen von Waffenexporten im südlichen Afrika.
Am 14.11. findet um 19.30 Uhr an der Volkshochschule (Raum 005) eine Podiumsdiskussion mit Jan Grebe (Internationales Konversionszentrum Bonn, BICC), Burkhart Braunbehrens (Mitgesellschafter von Krauss-Maffei Wegmann) und Dominic Kloos (Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar/Aktion Aufschrei) statt, die von Stefan Weinert (Rundfunk im Bistum Trier) moderiert wird. Der Fall Braunbehrens hatte im Sommer für Aufsehen gesorgt, nachdem sich der Maler als erster Anteilseigner des deutschen Panzerherstellers öffentlich gegen die Lieferung des „Leopard II“ nach Saudi-Arabien ausgesprochen hatte.
Abgeschlossen wird die Woche am 15.11. (ab 16.30 Uhr bei der Lokalen Agenda, Palaststr. 13) mit einem Aktionsworkshop mit den Schauspielerinnen Anita Bertolami und Shiva Grings, bei dem das erlangte Wissen Ausdruck in kreativen Protestformen (Straßentheater) findet.
Träger der Aktionswoche sind: AG Frieden Trier, Aktion 3% Föhren, Bund der deutschen kath. Jugend Trier (BDKJ), Ev. Studierendengemeinde Trier (ESG), DFG-VK Trier, DGB Region Trier, Kath. Arbeitnehmer Bewegung Trier (KAB), Kath. Hochschulgemeinde Trier (KHG), Lokale Agenda 21 Trier e.V., Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, pax christi Trier, TERRE DES FEMMES Trier, Volkshochschule Trier. Kooperationspartner: ELAN (Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz), Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz und der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“. Mitfinanziert vom Evangelischen Entwicklungsdienst.
Kontakt und weitere Informationen unter www.agf-trier.de und www.oekumenisches-netz.de.
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