Aktionswoche gegen Homophobie
TRIER. Mehrere Verbände und Organisationen richten im September die dritte Trierer Aktionswoche gegen Homophobie an Schulen aus.
Die Ablehnung homosexueller Menschen sei auf deutschen Schulhöfen weit verbreitet, heißt es in einer Mitteilung. Dabei würden viele Schüler gar keine Schwulen oder Lesben persönlich kennen, weshalb es vor allem Klischees und Vorurteile seien, die das Bild von Homosexualität bei Jugendlichen nachhaltig prägten.
„Einem Schwulen sieht man auf jeden Fall an, dass er schwul ist“. Hiervon seien Schüler einer Realschule plus in der Region Trier überzeugt gewesen – zumindest solange, bis sich ihr Gegenüber selbst als schwul zu erkennen gegeben habe. „Solche Ereignisse sind kein Einzelfall“, berichten Bernd Geller von der AIDS-Hilfe Trier und Claudia Heltemes von pro familia Trier. In ihrer täglichen sexualpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen werden sie stets aufs Neue mit Vorurteilen über Schwule, Lesben und Bisexuelle konfrontiert. 2009 organisierten beide Einrichtungen deshalb zum ersten Mal eine Veranstaltungsreihe gegen Homophobie an Schulen.
Vom 19. bis 22. September 2011 findet nun die dritte Trierer Aktionswoche für Toleranz und gegen Homophobie an Schulen statt. Zu den Veranstaltern gehören dieses Mal auch das Aktionsbündnis gegen Homophobie und das örtliche SchLAu-Projekt („Schwul Lesbische Aufklärung“). „Uns ist es ein großes Anliegen, dass Schülerinnen und Schüler auch mal persönlich Lesben und Schwule kennen lernen können und so erfahren, dass Homo-, Bi- und Heterosexualität gleichermaßen normal sind“, begründet Stephan Schmider, Koordinator der Trierer SchLAu-Gruppe, seine Mitarbeit bei der Aktionswoche. Dass er und seine Mitstreiterinnen auch in diesem Jahr wieder für „Aha-Effekte“ bei den Teilnehmern sorgen werden, sei fast schon vorprogrammiert, kündigen die Veranstalter an. Dafür sorgten auch verschiedene sexualpädagogische Methoden, die Wissen über sexuelle Identität vermittelten, für die Besonderheiten der Lebenssituation junger Lesben, Schwuler und Bisexueller sensibilisierten und dabei den Jugendlichen auch Spaß machten.
Die Aktionswoche findet vom 19. bis 22. September 2011 an der Realschule plus Saarburg statt. Die Veranstaltungen werden wie in den Vorjahren finanziell gefördert durch die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (hms), die sich speziell für die Unterstützung von Projekten zur Förderung der Emanzipation von Lesben und Schwulen einsetzt.
von 16vor
