Papst ernennt Trierer Professor

REGENSBURG/TRIER. Nun ist es amtlich: Papst Benedikt hat Rudolf Voderholzer, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Theologischen Fakultät Trier, zum neuen Bischof von Regensburg ernannt.

Voderholzer tritt damit die Nachfolge des bisherigen Bischofs Dr. Gerhard Ludwig Müller an, der zum Erzbischof und Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre ernannt worden war. Der künftig Bischof kam 1959 in München zur Welt. 1987 wurde er in Freising von Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter zum Priester geweiht und wirkte fünf Jahre als Kaplan in Haar, Traunreuth und Zorneding. An der Ludwig-Maximilians-Universität promovierte er im Fach Dogmatik bei Gerhard Ludwig Müller, an dessen Lehrstuhl er acht Jahre als Assistent wirkte. 2004 wurde er habilitiert. Nach einem Jahr als Dozent in Fribourg (Schweiz) lehrt Voderholzer seit 2005 als ordentlicher Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät Trier.

Gleichzeitig ist er Pfarrseelsorger in Sankt Nikolaus in Kasel bei Trier. Vielen in Regensburg ist er bereits bekannt, nachdem ihn 2008 der damalige Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Gründungsdirektor für das „Institut Papst Benedikt XVI.“  Der Termin von Voderholzers Bischofsweihe und Amtseinführung werde noch bekanntgegeben.

Bemerkenswert an der Berufung Voderholzers ist nicht nur die Tatsache, dass seine Ernennung nicht wie sonst üblich an einem Freitagmittag bekanntgegeben wurde, sondern dass der Papst einen so offenkundig dem bisherigen Bischof nahestehenden Mann an die Spitze des Bistums Regensburgs setzt. Zudem hat sich Benedikt XVI. mit der Suche nach einem Nachfolger für den vakanten Bischofsstuhl sehr beeilt. Anders etwa als im Fall von Trier, wo es 14 Monate dauerte, bis Ersatz für den nach München und Freising gewechselten Reinhard Marx gefunden wurde – und das, obwohl mit Stephan Ackermann der Nachfolger bereits vor Ort war.

Allerdings genießt der Papst im Falle von Regensburg auch größere Freiheiten bei der Bischofsernennung. Denn das Bayerische Konkordat von 1924 sieht vor, dass der Pontifex für die bayerischen Diözesen, zu denen nach wie vor das Bistum Speyer gehört, das freie Ernennungsrecht hat. Gebunden ist der Pontifex nur an eine Liste mit Namen, welche die bayerischen Bischöfe alle drei Jahre dem Vatikan hinterlassen müssen.

Stephan Ackermann begrüßte am Donnerstag die Entscheidung des Papstes: „Die Regensburger können sich freuen, dass sie so zügig einen guten Nachfolger für Bischof Müller bekommen“, sagte der Trierer Bischof. Mit Voderholzer bekämen sie einen „kenntnisreichen Theologen und engagierten Seelsorger zugleich“. Er habe bei Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Theologischen Fakultät ebenso ein sehr hohes Ansehen genossen wie bei den Gläubigen in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach, in der er neben seiner Professorentätigkeit aktiv in der Seelsorge mitgearbeitet habe. „So sehr die Ernennung von Rudolf Voderholzer für unsere Theologische Fakultät und für das Bistum Trier insgesamt ein spürbarer Verlust ist, so sehr wünsche ich ihm für sein neues Amt als Bischof in seiner bayrischen Heimat Gottes Segen und eine glückliche Hand“, sagte Bischof Ackermann.

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