Chirurgie wechselt nach Ehrang

TRIER. Dem landesweit ersten ökumenischen Klinikum stehen umfassende Veränderungen ins Haus. Federn lassen muss der Standort Elisabethkrankenhaus, dessen chirurgische Abteilungen allesamt ins Ehranger Marienkrankenkaus wechseln.

Im September hatten Pläne, auch die Geburtshilfe nach Ehrang zu verlegen, einen Proteststurm ausgelöst. Der massive Widerstand zeigte Wirkung, diese Abteilung bleibt dem Elisabethkrankenhaus nun doch erhalten. Doch an weitreichenden Veränderungen kommen die beiden Häuser des Ökumenischen Verbundkrankenhauses (ÖVK) nicht umhin. „In den letzten Monaten ergaben sich Entwicklungen, die zukünftige Veränderungen für das ÖVK mit sich bringen werden – sowohl im gesellschaftsrechtlichen als auch im strukturellen Bereich“, heißt es in einer Mitteilung.

So sei „aus kartellrechtlichen Gründen“ eine neue Aufteilung der Gesellschaftsanteile notwendig geworden. Die Agaplesion gAG hält künftig 65,1 Prozent, die Marienhaus Unternehmensgruppe 24,9 Prozent und die Ev. Kirchengemeinde Trier 10 Prozent der Anteile der Ökumenisches Verbundkrankenhaus Trier gemeinnützigen GmbH. Agaplesion und Marienhaus hielten bislang jeweils 45 Prozent der Anteile. Seit November gibt es zudem zwei neue Geschäftsführer am ÖVK: Dr. Susanne Schlichtner und Professor Ulrich Vetter. Schlichtner ist Juristin und seit vielen Jahren als Geschäftsführerin von Kliniken und als Beraterin für Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen tätig. Professor Vetter, Kinderarzt und –kardiologe, verantwortet seit mehr als 18 Jahren leitende Positionen im Gesundheitswesen – als Ärztlicher Direktor sowie Berater und Senior Manager der DFG-Gruppe in Frankfurt am Main. Rainer Kropp, bisheriger Geschäftsführer des ÖVK, der die Fusion von Anfang an begleitete, werde zum Jahresende ausscheiden – „um in der Marienhaus Unternehmensgruppe eine neue Aufgabe zu übernehmen“.

Angespannte wirtschaftliche Situation erfordert Zukunftskonzept

Trotz einer Leistungssteigerung gegenüber den Vorjahren sei die wirtschaftliche Situation „mit einem hohen Defizit für das Jahr 2012 weiterhin sehr angespannt und erfordert eine Umstrukturierung des ÖVK Trier“. Hintergrund sei die „doppelte Vorhaltung teurer Strukturen an beiden Standorten“, durch welche eine wirtschaftliche Auslastung „dauerhaft nicht erreicht werden kann“. Das Problem dieser Doppelvorhaltungen könne nur durch eine Spezialisierung und Schwerpunktbildung beider Standorte gelöst werden.

Zukünftig wird der Standort Elisabethkrankenhaus seinen Schwerpunkt Altersmedizin weiter ausbauen. Schon am 1. Oktober 2012 wurde eine Kurzzeitpflegestation zur Unterstützung der Altersmedizin in Betrieb genommen. Erste Überlegungen ein palliativmedizinisches Angebot in die Geriatrie zu integrieren, seien auf den Weg gebracht worden. Geriatrie und konservative Kardiologie nehmen ihre Patienten gemeinsam in einer Notaufnahme für internistische Patienten auf. Nach Gesprächen mit dem Sozialministerium in Mainz wurde bereits Ende September die Entscheidung getroffen, dass die belegärztlich geführte Geburtshilfe am Elisabethkrankenhaus in Trier verbleiben wird. An diesem Standort verbleiben soll außerdem eine Tageschirurgie für ambulante Operationen und ein Sprechstundenbereich für die operativen Abteilungen des Marienkrankenhauses mit Konsiliardienst für die Abteilungen Geriatrie und Kardiologie.

Das heißt es im Gegenzug – die Chirurgie wechselt fast komplett nach Ehrang. „Der Standort Marienkrankenhaus ist das Krankenhaus mit Not- und Unfallversorgung und Notarztwagenstandort“. An ihm werden die operativen Disziplinen und die Gynäkologie konzentriert. Die Verlagerungen der chirurgischen Abteilungen beginnen Anfang kommenden Jahres und sollen bis Ende 2013 abgeschlossen sein. Die internistische und chirurgische Intensivmedizin werde gestärkt und die Gastroenterologie und die gastroenterologische Onkologie ausgebaut. Ein neuer Bereich Geriatrie zur Versorgung älterer Patienten mit operativen Problemen wird aktuell aufgebaut, teilte die ÖVK-Leitung mit. Die Speisenversorgung und Sterilisation der Instrumente werden in Ehrang zu einem Bereich für beide Standorte zusammengeführt.

 

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