Dolphins verlieren unglücklich
TRIER. Lange und enttäuschte Gesichter bei den Dolphins Trier und ihren Anhängern: Der Rollstuhlbasketball-Bundesligist unterlag gestern den Mainhatten Skywheelers unglücklich mit 70:75.
Dabei sahen die Gastgeber lange Zeit als der sichere Sieger aus. In einem hochklassigen und hart umkämpften Spiel führten die Trierer vor circa 200 Zuschauern von Beginn an, wenngleich sich keine der beiden Mannschaften bis zur Halbzeitpause (40:35) entscheidend absetzen konnte.
Erst im dritten Spielviertel schienen die Dolphins trotz eines krankheitsbedingt dezimierten Kaders die Weichen endgültig auf Sieg stellen zu können, als man mit einem 12-Punkte-Vorsprung (60:48) in die letzte Viertelpause ging. Und erst recht beim Zwischenstand von 65:50 in der 33. Minute schien die Partie zugunsten des Gastgebers entschieden zu sein.
Fortan sollte es aber knüppeldick für die Trierer kommen: Binnen zwei Minuten kassierte der an diesem Tag vor allem in der Defensive starke Brite Tyler Saunders seine Fouls Nr. 4 und 5, sodass die Trierer mit einem erkrankten Brad Baugh und in Punkt-Unterzahl die Partie zu Ende bringen mussten.
Die Frankfurter witterten so noch einmal ihre Chance. Angetrieben von einem nun wie entfesselt aufspielenden Lars Lehmann holte der Gast fortan Punkt um Punkt auf. Als ein Dreipunkteerfolg von Nationalmannschafts-Kapitän Sebastian Wolk die Hessen wieder auf Schlagdistanz brachte (37., 67:64), war die Partie wieder völlig offen. Doch Triers Dirk Passiwan erhöhte auf 70:64 (38.) und plötzlich schien der Sieg erneut in greifbarer Nähe.
Völlig unerklärlich aus Trierer Sicht und letztendlich spielentscheidend war, dass beim Stande von 70:69 ein Ballgewinn und anschließender Fastbreak von dem stärksten Trierer an diesem Tag, dem australischen Nationalspieler Kim Robins, jäh nach einem eigentlich als absichtliches Foul zu wertenden Vergehens des Frankfurters Lehmann an des Gegners Zone, unterbrochen wurde, und zum Erstaunen aller als Offensivfoul gegen den Trierer gewertet wurde. Anstatt endgültig davonziehen zu können, kamen die Gäste wieder heran und gingen erstmals in dieser Partie in Führung (39., 70:71). Nach zwei weiteren zumindest recht zweifelhaften Foulentscheidungen gegen nunmehr zunehmend konsternierte Trierer und anschließenden Korberfolgen für die Gäste war der Trierer Siegeswille gebrochen – die Punkte gingen nach Frankfurt.
“Ich habe mir aus Erfahrung abgewöhnt, zu einigen Dingen, wie sie gerade heute und in diesem Spiel passiert sind, öffentlich meine Meinung kundzutun – das bringt nichts und hat letztendlich eh nur negative Folgen für unser Team”, sagte Passiwan. ”Es ist nur schade, dass meine dezimierte Mannschaft nach einer wirklich guten Vorstellung heute hier so und auf diese Art in der Schlussphase noch verloren hat – das hatte sie so nicht verdient.”
GOLDMANN Dolphins Trier (in Klammern Korbpunkte): Anderson (8), Baugh,
Ewertz (n.e.), Jassman (4), Nascimento (n.e.), Passiwan (23), Robins (24) u.
Saunders (11)
von 16vor
