Dolphins an der Spitze
TRIER. Nach zwei Spieltagen mit zwei überzeugenden Siegen übernehmen die Trierer Dolphins die Tabellenführung der Rollstuhlbasketball-Bundesliga.
Mit einer starken Vorstellung vor circa 350 Zuschauern am Mittwochabend in der Sporthalle Wolfsberg siegten die Trierer auch in der Höhe völlig verdient gegen die Köln 99ers mit 94:58 (25:15; 46:28; 66:42).
Von Beginn der Partie an bestimmten die Hausherren das Geschehen – spätestens, als nach einem Zwischenstand von 13:12 (6.) Spielertrainer Dirk Passiwan sein Team auf eine Pressverteidigung umstellte. Über einen Zwischenstand von 25:15 (1. Spielviertel) zogen die Trierer bis zur Halbzeit schon nahezu entscheidend von dannen (Halbzeit 46:25).
In der Halbzeitpause stellte Hallensprecher Günter Ewertz den Anhängern Samuel Gergin, Inhaber der Firma Goldmann aus Gießen, als den neuen Haupt- und Namenssponsor des Bundesliga-Teams vor. Anschließend ehrte er die Paralympics-Teilnehmer Marina Mohnen (Köln), Goldmedaillengewinnerin mit dem Damen-Team Deutschlands, sowie auf Trierer Seite Chad Jassman (Goldmedaille mit dem Team Canada) und Dirk Passiwan (6. Platz mit den deutschen Herren).
Auch in der zweiten Halbzeit wusste der Gast sich der fahrerisch starken und diszipliniert agierenden Taktik der Hausherren nur schwerlich zu wehren. Zu viele Turnovers (22!) prägten das Kölner Spiel, aus der die Trierer immer wieder eigene, erfolgreiche Angriffe abschlossen. Da auch der Problembereich der Dolphins in den vergangenen Jahren, die Abwehr, wesentlich stabiler wirkt in dieser Spielzeit, konnten die Kölner nichts Gleichwertiges mehr entgegensetzen – und das, obwohl die 99ers in Bestbesetzung an der Mosel antreten konnten, nachdem die zuletzt angeschlagene Marina Mohnen wieder im Team der Kölner mitwirken konnte. Der Druck der GOLDMANN Dolphins war einfach zu stark, sodass die begeistert mitgehenden Zuschauer – unter ihnen Oberbürgermeister Klaus Jensen und seine Ehefrau, die designierte neue Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer – bis zum Schluss eine mehr als starke Vorstellung ihres größtenteils neuen Teams bestaunen konnten.
Über 66:42 zum Ende des 3. Spielviertels schraubten die Dolphins das Ergebnis am Ende gar auf 94:58, was ihnen aufgrund des besseren Korbverhältnisses die Tabellenführung der RBBL bescherte.
Aus einem stark aufspielenden Dolphins-Team ragte wieder einmal Dirk Passiwan heraus, der am Ende auf 43 Korbpunkte kam, davon drei Dreier einstreute, und mit neun Rebounds, acht Assists und sieben Steals glänzte. Aber auch Kim Robins (19 Punkte), Tyler Saunders und Chad Jassman (beide 11) zeigten gute Scorerqualitäten und punkteten zweistellig.
Passiwan stellte die Teamleistung in den Vordergrund: „Es macht einfach nur Spaß, mit dieser Truppe zu arbeiten und zu spielen. Wir haben heute eine weitere Leistungssteigerung gegenüber dem Spiel in Hamburg gesehen und ich bin selbst gespannt, wie weit wir uns noch weiter entwickeln können.“ Potenzial sei jedenfalls noch genug vorhanden, wenn man bedenke, dass man erst seit zwei Wochen in kompletter Besetzung trainieren. „Zumindest jetzt schon kann ich sagen, dass wir wohl mit den für uns machbaren Neuverpflichtungen ein richtig gutes Händchen bewiesen haben“, so der Spielertrainer.
An diesem Samstag müssen die Dolphins zum Oettinger RSB Team Thüringen, das derzeit den dritten Tabellenplatz belegt.
GOLDMANN Dolphins Trier: Anderson (4), Baugh (2), Ewertz, Jassman (11), Nascimento (3), Passiwan (43), Robins (19), Saunders (11) und Schmitz.
RBC Köln 99ers: Jammoul, Kasapoglu, Bergenthal (2), Smid (21), Becker (19), Richter (1), Mohnen (13), Özbicerler, Zielke (2) und Jäntsch.
von 16vor
