Billig-Puff öffnet Pforten
TRIER. Ungeachtet massiver Kritik von Frauenrechtlern, Stadtspitze und Politik hat am Freitag in Trier-Nord ein „Flatrate-Bordell“ eröffnet. Die Organisation „Terre des Femmes“ verurteilte die Eröffnung des Etablissements.
„Mit diesem Geschäftsmodell wird der geringe Verhandlungsspielraum, der Prostituierten in Bordellen bleibt, massiv eingeschränkt“, heißt es in einer Pressemitteilung, „sie sollen ‚fleißig‘, das heißt wahllos und ständig verfügbar sein“. In vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürger habe man den Eindruck gewonnen, dass „die Mehrheit unserer Mitmenschen“ das Bordell ablehne, sind die Frauenrechtler überzeugt.
Um dem öffentlichen Meinungsaustausch zu diesem Thema ein Forum zu geben, plane man eine Informationsveranstaltung, die am 18. Oktober im Warsberger Hof stattfinden wird, kündigte Terre des Femmes an. Die Betreiberin des Bordells war am Freitag zu einem telefonischen Interview nicht bereit. Sie bestätigte lediglich, dass ihr Etablissement eröffnet habe. Vonseiten der Stadt hieß es am Freitag auf Anfrage, der Oberbürgermeister lehne das Geschäftsmodell weiterhin ab, weil es einen „Verstoß gegen die Menschenwürde“ darstelle. Die Verwaltung werde weiterhin prüfen, „auf welchem rechtlichen Wege sich Möglichkeiten ergeben, Bordell solchen Zuschnitts schließen zu können“.
Einen ausführlichen Beitrag zum Thema finden Sie hier: Stadt sieht Rot bei Billig-Bordell
von Marcus Stölb
