CDU und CSV fordern ICE

BERLIN/TRIER/LUXEMBURG. In einem gemeinsamen Schreiben an Bahnchef Rüdiger Grube fordern Vertreter der rheinland-pfälzischen CDU und der luxemburgischen CSV eine ICE-Verbindung von Luxemburg über Trier nach Berlin.

Zugleich erneuerten sie ihre Kritik an den vor einem Jahr beschlossenen und zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 vorgenommenen Kürzungen im Fernverkehrsangebot der Region Trier. Das Image des Unternehmens habe hierdurch mehr als nur Kratzer abbekommen. „Es handelt sich dabei nicht um eine vorübergehende Stimmungseintrübung; das Ansehen der Deutschen Bahn insgesamt, ja die Wertschätzung für das Transportmittel Schiene selbst hat vor Ort, auf deutscher wie luxemburgischer Seite, erheblichen Schaden genommen“, heißt es in dem Schreiben.

In diesem wird auch daran erinnert, dass der beschlossene und schon jetzt erheblich verzögerte Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Igel und Wasserbilligerbrück nur möglich ist, weil das Großherzogtum fast die Hälfte der Kosten übernehmen wird – für eine Baumaßnahme auf deutscher Seite. Im Gegenzug seien die Fernverkehrsverbindungen der DB nach Luxemburg ausgedünnt worden. „Dieser Widerspruch lässt sich guten Gewissens nicht auflösen“, beklagen CDU und CSV. Es sei aber im „ureigensten Interesse der DB, sich der Anbindung des Europazentrums Luxemburg mit eigenem Fernverkehr nicht zu verschließen“, sind die Unterzeichner überzeugt und fordern deshalb, „ein klares Zeichen für den grenzüberschreitenden europäischen Fernverkehr von und nach Luxemburg zu setzen“.

Wie dieses Zeichen aussehen könnte, schreiben Christdemokraten und Christsoziale auch: eine ICE-Verbindung von Luxemburg nach Berlin über Trier mit ein bis zwei täglichen Fahrtenpaaren sei „wünschenswert“. Ein solches Angebot könne auch einer „zunehmenden Irritation im bilateralen Verhältnis beider Staaten“ vorbeugen. Zu den Unterzeichnern zählen neben dem Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster auch CDU-Landeschefin Julia Klöckner sowie die Vorsitzenden von Partei und Fraktion der Christlich Sozialen Volkspartei Luxemburgs (CSV), Michel Wolter und Marc Spautz. Für den nächsten Fahrplanwechsel scheint der Zug für mögliche Verbesserungen indes schon abgefahren – auf der Strecke nach Trier und Luxemburg seien keine Neuerungen vorgesehen, berichtete Kaster nach der Vorstellung der aktuellen DB-Pläne im Bundestag. „Die ganze Misere bleibt politisches Thema“, so Kaster.

 

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