Selektion am Lebensbeginn?

TRIER. Zum Thema „Auslese am Lebensbeginn? Zum Problem der vorgeburtlichen Diagnostik“ referiert morgen um 19.30 Uhr der Kinderarzt und Experte für Erbkrankheiten Professor Holm Schneider.

Im Bereich der vorgeburtlichen Diagnostik gab es in jüngster Vergangenheit einschneidende Veränderungen. So hat der Deutsche Bundestag im Juni 2011 nach einer emotional geführten Debatte gegen den Widerstand von Behinderten- und Lebensschutzverbänden die Präimplantationsdiagnostik (PID) weitgehend legalisiert. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass es in Kürze möglich sein wird, Ungeborene mit einem „Down Syndrom“ (Trisomie 21) bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft durch einen einfachen Bluttest aufzuspüren. US-Forschern ist es zudem gelungen, das gesamte Genom eines Fötus anhand von Blut- und Speichelproben der Eltern zu analysieren – ganz ohne die bisher erforderliche riskante Fruchtwasseruntersuchung.

Die Bewertung solcher Entwicklungen ist unserer Gesellschaft heftig umstritten. Während die einen im medizinischen Fortschritt einen Gewinn vor allem für Eltern und Familien sehen, sorgen sich andere um die ethische Problematik einer immer perfekteren vorgeburtlichen Selektion mit ihren vielfältigen Folgen für unser Zusammenleben. Ist es nicht ein Widerspruch, so fragen Kritiker, einerseits die Inklusion von Menschen mit Behinderung politisch einzufordern, gleichzeitig aber die Möglichkeiten pränataler Feststellung und Beseitigung ebensolcher Menschen nicht nur zu legalisieren, sondern auch noch zunehmend auszuweiten.

Zu einem Vortrag über diese Fragen laden jetzt gemeinsam das Trierer Bündnis für Lebensrecht und Menschenwürde, die Lebenshilfe Trier und das Brüderkrankenhaus Trier ein. Der Vortrag „Auslese am Lebensbeginn?“ von Professor Holm Schneider findet an diesem Dienstag um 19.30 Uhr im Albertus-Magnus-Saal des Brüderkrankenhauses statt. Schneider ist Leiter der Abteilung Molekulare Pädiatrie am Universitätsklinikum Erlangen und ein ausgewiesener Kenner der Materie.

Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

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