Alles auf den Prüfstand

TRIER. Universitätspräsident Professor Michael Jäckel hat angekündigt, sämtliche Strukturen der Hochschule auf den Prüfstand stellen zu wollen. Das schreibt er an Studierende und Mitarbeiter der Trierer Uni.

Anlass für die Rundmail ist ein am 3. Mai vom Senat der Universität beschlossenes Moratorium für die unbefristete Besetzung von Stellen in allen Bereichen der Hochschule.

Die Haushaltslage der Uni sei aufgrund der Beschlüsse zur Aufstellung des Landeshaushalts für die Jahre 2012/2013 schon jetzt angespannt. „Dies, sowie die Tatsache, dass nach der derzeitigen Rechtslage alle öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren weitere Sparanstrengungen unternehmen müssen (Stichwort: Schuldenbremse), haben uns dazu veranlasst, eine Prognose der künftigen Entwicklung der Haushaltsmittel für die Jahre ab 2014 aufzustellen“, schreibt Jäckel. Wenn sich die Dinge so entwickelten, wie von der Hochschulleitung prognostiziert, werde die Uni ab 2014/2015 „vor Engpässen stehen, die sie aus eigener Kraft kaum noch bewältigen kann“. Es sei deshalb notwendig, die Haushaltssituation für eine „umfassende Diskussion über die zukünftige inhaltliche Ausrichtung und eine Überprüfung unserer derzeitigen Strukturen zu nutzen“. Ziel sei es, auch mit geringeren Haushaltsmitteln in Zukunft „gute bis sehr gute Rahmenbedingungen für die Tätigkeit an der Universität bieten können, sei es in Forschung, Lehre, Studium, in der Verwaltung oder in den zentralen Einrichtungen“.

Das Moratorium solle in diesem Kontext verhindern, dass durch die dauerhafte Besetzung von Stellen der Spielraum für Strukturentscheidungen eingeschränkt oder beseitigt werde. „Das Moratorium bedeutet also nicht, dass schon jetzt konkrete Entscheidungen im Personalbereich getroffen worden wären. Vielmehr soll ein Prozess eingeleitet werden, in den alle Bereiche der Universität Trier aktiv eingebunden werden“, so Jäckel. Das Moratorium sei auch nicht gleichbedeutend mit der dauerhaften Nichtbesetzung der Stellen, betont der Präsident. So bleibe auch während des Moratoriums die zeitlich befristete Besetzung uneingeschränkt möglich. „Darüber hinaus können Stellen, die im gesamtuniversitären Interesse langfristig unverzichtbar sind, weiterhin auch unbefristet wiederbesetzt werden. Welche Stellen dies sind, wird man im Zuge des anlaufenden Prozesses schnell identifizieren können“, erläutert Jäckel. Im Rahmen der Strukturdiskussion werde aber „alles auf den Prüfstand“ gestellt, kündigte er an. „Das schließt eine genaue Prüfung der Leistungsstrukturen in allen Einheiten und im Hinblick auf unsere Studienangebote in allen Studiengängen ein“. Noch stehe man am Anfang dieses Prozesses.

Jäckel machte zugleich deutlich, dass er die Landespolitik in der Pflicht sieht, eine klare zu Entscheidung treffen, „wie viel an universitärer Bildung und Forschung sie zu finanzieren bereit sind. Jedenfalls werden wir uns nicht damit abfinden, dass die Anforderungen an die Universität einerseits und die hierfür bereit gestellten Mittel andererseits auf Dauer auseinanderklaffen“.

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