Massive Umsatzeinbrüche
TRIER. Wirtschaftsdezernent Thomas Egger (FDP) und City-Initiativen-Chefin Karin Kaltenkirchen sind am Mittwoch Befürchtungen entgegen getreten, die Stadt sei wegen der Wallfahrt nicht mehr erreichbar. Der Einzelhandel beklagt Umsatzrückgänge.
„Die Sorge, dass man nach Trier nicht herein- oder aus der Stadt nicht wieder hinauskommt, ist dank der hervorragenden Organisation der Wallfahrt völlig unbegründet“, erklärte Egger. Hintergrund für den Aufruf sind Umsatzeinbußen, die seit Beginn des religiösen Großereignisses im Trierer Einzelhandel zu spüren sind. Wie Alfred Thielen, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Region Trier, berichtete, sind die Textil- und Schuhgeschäfte mit einem Minus von 20 bis 50 Prozent besonders stark betroffen.
Bis Dienstag verzeichnete das Bistum bereits 160.000 Pilger. Das große Chaos ist bislang ausgeblieben, allenthalben wird der Ablauf gelobt. „Unsere vielen ehrenamtlichen Helfer sorgen bisher für einen reibungslosen Ablauf“, sagt auch Wolfgang Meyer, Geschäftsführer der Wallfahrt. Für das Polizeipräsidium berichtete Otto Herrig, dass die Planungen für die Lenkung der Wallfahrerbusse zu hundert Prozent aufgegangen seien. Eventuell auftretende Probleme würden ad hoc bei täglichen Besprechungen zwischen Bistum, Rathaus und Polizei geklärt.
Dennoch machen offenbar viele „normale“ Touristen und Kunden derzeit einen weiten Bogen um Trier. Das macht sich zum Beispiel auch in einer um zehn Prozent geringeren Auslastung der Parkhäuser und weniger gebuchten Stadtführungen bemerkbar. Für Kaltenkirchen ist das vor allem ein psychologischer Effekt: „Viele potenzielle Gäste lassen sich von der erwarteten Zahl von bis zu 700.000 Wallfahrern abschrecken. Dabei ist der übliche Stau auf der Bitburger Straße momentan sogar kürzer als sonst.“ Mit 700.000 Pilgern hatte allerdings niemand ernsthaft gerechnet, bislang war fast ausschließlich von rund einer halbe Millionen Rock-Besuchern die Rede.
Unterdessen hat die Stadt die Verkehrsbeschränkung in der Weberbach gelockert: Von Montag bis Donnerstag wurde die Befahrung der Straße in Richtung Kaiserthermen für alle Verkehrsteilnehmer wieder frei gegeben, wobei die rechte Spur den Bussen vorbehalten bleibe. Die Weberbach bleibt jedoch für die Dauer der Wallfahrt Einbahnstraße. In der Konstantinstraße stehen jetzt fünf zusätzliche Stellplätze zur Verfügung. Egger wies außerdem daraufhin, dass die Park-and-Ride-Busse, die alle zehn Minuten vom Messepark in Richtung Innenstadt abfahren, nicht nur von Heilig-Rock-Pilgern, sondern von allen Trier-Besuchern und -Pendlern genutzt werden dürfen.
Die City-Initiative hat den 28. April zum „verkaufsoffenen Samstag“ ausgerufen. So wolle man verdeutlichen, dass der Einzelhandel in Trier durch die Wallfahrt nicht eingeschränkt sei. Als zusätzliche Attraktion findet an diesem Tag die fünfte Trierer Chormeile mit elf Standorten in der Fußgängerzone statt. Zudem veranstaltet die City-Initiative bis zum Ende der Wallfahrt ein Gewinnspiel, an dem sich alle Mitgliedsbetriebe beteiligen.
von 16vor
