Jensen lädt Gauck nach Trier ein
BERLIN/TRIER. Klaus Jensen und seine Frau Malu Dreyer waren am Montag zu Gast in Berlin, wo sie auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck an einem Staatsbankett zu Ehren des luxemburgischen Großherzogs Henri und dessen Gattin, Großherzogin Maria Teresa, teilnahmen.
Zu dem Dinner im Schloss Bellevue waren rund 100 Gäste geladen. In seiner Tischrede lobte der Bundespräsident das Nachbarland für seine Vorreiterrolle bei der europäischen Einigung: „Die Luxemburger waren sich, früher und tiefer als manch andere, bewusst: Europa ist die Lösung, nicht das Problem. Wir dürfen es nicht zulassen, Europa auf die derzeitige Staatsschuldenkrise zu verengen.“
Gauck ging auch auf die zweimalige Besetzung Luxemburgs durch Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein: „Wir können es den Luxemburgern nicht hoch genug anrechnen, dass sie uns nach den leidvollen Erfahrungen dieser Jahre die Hand zur Freundschaft gereicht haben.“ Der Großherzog bekräftigte daraufhin die intensiven Beziehungen und den engen Zusammenhalt der beiden Nationen.
Oberbürgermeister Jensen nutzte die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs mit Gauck, um den vor gut einem Monat in sein Amt eingeführten Bundespräsidenten zu einem Besuch nach Trier einzuladen. Großherzog Henri zeigte sich gegenüber dem Oberbürgermeister noch im Nachhinein sehr angetan von dem Besuch der Trierer Ausstellung zu Kaiser Konstantin 2007, die Bestandteil des Kulturhauptstadtjahrs in Luxemburg und der Großregion war.
Großherzog Henri war von Gauck mit militärischen Ehren empfangen und anschließend am Brandenburger Tor von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit begrüßt worden. Es ist der erste Staatsbesuch eines luxemburgischen Staatsoberhaupts in Deutschland seit der Reise des Großherzogs Jean im Jahr 1978. Am Dienstag trifft sich der Monarch zu Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und lädt zur Eröffnung der Ausstellung „Die Silberkammer der Luxemburger Dynastie“ ins Deutsche Historische Museum in Berlin. Die weiteren Stationen des dreitägigen Besuchs führen das großherzogliche Paar nach Brandenburg und Thüringen.
von 16vor
