Triers Kirchen in der NS-Zeit
TRIER. Der Arbeitskreis „Trier im Nationalsozialismus“ der AG Frieden bietet anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt den neuen Rundgang „Trierer Kirchen im Nationalsozialismus“ an.
Premiere des Angebots ist am Sonntag. Um 16 Uhr startet der kostenlose Rundgang für Interessierte am Palais Walderdorff am Domfreihof. Die Führung dauert rund zwei Stunden. Veranstalter sind die Arbeitsgemeinschaft Frieden und die Katholische Erwachsenenbildung Dekanat Trier.
Geschichtlich beginnt der Rundgang bereits Jahrzehnte vor Beginn des NS-Regimes, bei einer antisemitischen Schlägerei während der Heilig-Rock-Wallfahrt 1891, als deren „geistigen Brandstifter“ man Georg Friedrich Dasbach, den Gründer der Bistumszeitung Paulinus bezeichnen könne. Weitere Themen sind das Verhalten des Trierer Bischofs zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, unter anderem bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 1933 oder der Saarabstimmung 1935, und der Widerstand der katholischen Jugendverbände gegen ihre Gleich- beziehungsweise Ausschaltung. Die Stolpersteine für die im KZ ermordeten Priester sind ebenso Bestandteil des Rundgangs, wie die mutige Predigt von Pfarrer Klaus Lohmann (Bekennende Gemeinde) nach der Reichspogromnacht. Am Beispiel von Schwester Mirjam Michaelis aus dem Josefstift, einer getauften Jüdin, werden die mörderischen Folgen des rassistischen Antisemitismus der Nazis aufgezeigt.
Der Rundgang zur Rolle der Kirchen im Faschismus ergänzt die Rundgänge „Trier im Nationalsozialismus“ und „Stolpersteine erzählen“ , die regelmäßig von Gruppen und Schulklassen gebucht und zu Gedenktagen kostenlos angeboten werden. Weitere Informationen gibt es unter www.stattfuehrer.de
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