Bischof wehrt sich
HAMBURG/TRIER. Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz wehrt sich gegen Vorwürfe des Magazins Der Spiegel. Zugleich bestätigte Ackermann, dass pädophile Priester unter Auflagen weiterhin tätig sind.
Unter dem Titel „Bischof Ackermann – Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile“ berichtete Spiegel Online heute über die Vorwürfe, die auch im gedruckten Nachrichtenmagazin thematisiert werden.
Am Mittag reagierte die Bischöfliche Pressestelle: Es könne „gar keine Rede davon sein, dass Bischof Ackermann von der ‚Null-Toleranz-Linie‘ gegenüber dem Verbrechen des sexuellen Missbrauchs abweicht“, heißt es in einer Mitteilung.
Das Handeln von Bischof Ackermann stehe „ganz in Übereinstimmung“ mit den Leitlinien der Bischofskonferenz. In den Nummern 41-47 legen die Leitlinien die „Konsequenzen für den Täter“ fest: Danach wird ein Kleriker beziehungsweise kirchlicher Mitarbeiter, der sich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gemacht hat, nicht mehr in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Soweit die betreffende Person im kirchlichen Dienst verbleibe, werde ein forensisch-psychiatrisches Gutachten eingeholt, das konkrete Angaben darüber enthalten solle, ob und gegebenenfalls wie der Täter so eingesetzt werden könne, „dass es nicht zu einer Gefährdung von Minderjährigen kommt“. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Es ist nur noch ein eingeschränkter Einsatz unter Auflagen möglich. Von daher gibt es tatsächlich Priester, die Täter sind, und dennoch weiter priesterlich arbeiten, aber eben unter Auflagen“. Die Dienstvorgesetzten würden entsprechend der Leitlinien über die besondere Problematik und eventuelle Auflagen informiert.
Vor allem „unter präventiven Gesichtspunkten“ werde diese Regelung von Fachleuten bevorzugt gegenüber der „völligen Entlassung eines Täters aus dem Klerikerstand, wobei auch dies je nach Schwere der Tat nicht ausgeschlossen ist“.
von 16vor
