Wie die Passion darstellen?
TRIER. Gemeinsam mit der Katholischen Akademie und dem Bistum setzt sich das Theater Trier am kommenden Mittwoch ab 16.30 Uhr mit der Passionsgeschichte auseinander.
Die Aufregung um Rodrigo Garcías „Gólgota Picnic“, im Hamburger Thalia Theater aufgeführt am 23. Januar, reicht vom Vorwurf der Blasphemie bis hin zur Wertung als „zutiefst moralische Veranstaltung“ (taz). Das wechselseitige tiefe Unverständnis der Anschauung kann nicht deutlicher sein. Dabei sind nicht Kirche und Kunst die Kontrahenten. Das Passionsgeschehen und die Gestalt Jesu werden auf eine Weise auf die Bretter gebracht, worin die einen den Versuch sehen, die moralische Haltlosigkeit unserer Zeit unter vollem Körpereinsatz zu demonstrieren, die anderen eine widerliche Verzerrung des Erlösungsgeschehens sehen. Beides sind Wahrnehmungen, die man weder wegdiskutieren oder gegeneinander ausspielen kann. Hier geht es eben um mehr, als nur Gefühle oder ästhetische Ansprüche. Hier geht es darum, wer Jesus Christus ist und um die Frage, ob man die Passion spielen kann und wie weit es mit der Interpretation gehen darf. Ist hier noch ein Funke von Verständnis für das, was „Erlösung“ heißt oder bleibt es dabei, sich im Dreck des Menschlichen und im Blut der anderen zu suhlen?
Im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt ist der diesjährige Aschermittwoch die Gelegenheit, sich einigen Fragen, die mit der Passion zu tun haben, anzunähern. Vertreter der Katholischen Akademie und des Bistums unterhalten sich mit Künstlern, die Ausschnitte aus der Trierer Inszenierung „Passion“ von 2010 zeigen. Die Collage von Choreograph Sven Grützmacher und mit der Dramaturgie von Dr. Peter Larsen behandelte eindrücklich das Kernthema des Glaubens mit eigenem künstlerischem Anspruch.
Gezeigt werden zudem die vier textilen Skulpturen eines Wettbewerbs, die unter den Arbeiten von Studierenden der Fachhochschule Trier ausgezeichnet wurden. Dazu gehören die Werke von Tatiana Kanz („Kreuz und quer verwoben“), Catherine Melchiori („Nahtlos zerrissen“), Juliane Osten („Gut angezogen“) und Katharina Miller („Eine Nummer zu groß“).
von 16vor
