Pontifex pilgert nicht zum Rock

TRIER. Ein wirkliche Überraschung ist es nicht, doch nun ist es amtlich: Papst Benedikt XVI. wird im Frühjahr nicht zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier kommen. Das erklärte Bischof Dr. Stephan Ackermann am Mittwoch.

Ackermann hatte den Pontifex im Februar 2010 in Rom persönlich eingeladen, doch eine klare Ansage aus dem Vatikan ließ bis zuletzt auf sich warten. Nun hat die römische Kurie mitgeteilt, dass der Papst wie erwartet nicht nach Trier kommen wird – aus Zeitgründen, so der Bischof.

Heute in 100 Tagen wird die 20. Heilig-Rock-Wallfahrt seit dem Jahr 1512 und die erste im 21. Jahrhundert eröffnet. Im Rahmen einer Pressekonferenz berichteten Ackermann, Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing und der Geschäftsführer der Wallfahrt, Wolfgang Meyer, über den Stand der heißen Phase der Vorbereitung auf das Großereignis.

Im Jahr der geistlichen Vorbereitung unter dem Leitwort „Erlösung“ seien bisher schon viele Initiativen auf den Weg gebracht worden. „Ich stelle fest, dass die Menschen einen großen Hunger nach inhaltlicher Auseinandersetzung haben“, sagte Ackermann.  Mit einem Blick zurück auf das, was seit Beginn des Vorbereitungsjahres entstanden ist, hob der Bischof einige Stichpunkte hervor: Gemeinsam mit Christen anderer Konfessionen habe man sich auf eine „Entdeckungsreise im Bereich der Ökumene gemacht“. Dem Bibelroboter auf dem Domfreihof begegneten die Menschen freundlich, interessiert und nachdenklich. Es entstünden Gespräche, die nicht nur an der Oberfläche blieben. Die Kreativität, mit der Jugendliche sich mit der Wallfahrt auseinandersetzten, Stichwort „Be part of the rock“, und die Wallfahrtswerbung auf den Kehrmaschinen der Stadt Trier zeigten aber auch, dass „wir die Wallfahrt in einer Atmosphäre von heiterem Ernst begehen wollen“, sagte der Bischof. Die Wallfahrt sei keine „auferlegte Frömmigkeitsübung“. Die Wallfahrt könne ein neues Kirchenerlebnis ermöglichen und die Frage, was das Zentrum des Glaubens sei, in den Mittelpunkt stellen. „Vielleicht trägt die Wallfahrt Früchte, mit denen wir jetzt noch gar nicht rechnen“, sagte Ackermann.

Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing betonte mit einem Blick nach vorn auf das, was noch im Entstehen ist, dass das Wichtigste die Themen seien, „die wir mit der Wallfahrt verbinden“. Das Leitwort selbst habe viele Gruppen auf Ideen gebracht, die man unterstützen wolle, so etwa das Anliegen der „Aktion Arbeit“ im Bistum Trier, die sich für Arbeitslose stark macht. Im Rahmen einer Schiffswallfahrt, die viele Akteure zusammenbringen soll, die sich für Arbeitslose einsetzen, wolle man auf die Menschen aufmerksam machen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Die Hälfte der Kollektenerlöse während der Wallfahrt käme ebenfalls der „Aktion Arbeit“ zugute, die andere Hälfte diene der Refinanzierung der Wallfahrts-Organisation.

Die Caritas setze sich dafür ein, dass die Klienten ihrer Einrichtungen an der Wallfahrt teilnehmen könnten. Dass behinderte und nicht behinderte Menschen, „fromme Pilger“, Interessierte und Touristen den Rock „in guter Gesellschaft“ fänden, dafür sollen die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie die geistlichen Gemeinschaften sorgen, die in Stationskirchen ihr jeweiliges „Profil des Christseins“ präsentieren, sagte Bätzing. Er freue sich auch darüber, dass der bundesweite, ökumenische Jugendkreuzweg 2012 das Thema „Erlösung“ aufgegriffen habe.

Der Geschäftsführer der Wallfahrt, Wolfgang Meyer, stellte das Programmheft zur Wallfahrt vor. „Es ist ein Überblick, wir wollten kein Buch drucken“, sagte er und verdeutlichte damit die Herausforderung, mehrere hundert Veranstaltungen, Informationen für ganz unterschiedliche Zielgruppen, inhaltliche und organisatorische Hinweise auf gut 50 Seiten zusammenzufassen. Von kulturellen Veranstaltungen über Angebote für Jugendliche, Aktivitäten der Gäste aus der Weltkirche bis hin zu den ökumenischen Wochenimpulsen reicht das Spektrum. Als besondere „Profilpunkte“ der Wallfahrt nannte Meyer das Angebot für Pilger und die geistlichen Gemeinschaften. „In den kleinen Angeboten steckt die Würze der Heilig-Rock-Wallfahrt“, ist Meyer überzeugt. Darauf aufmerksam zu machen, das sei auch eine Aufgabe in den noch vor uns liegenden 100 Tagen bis zum Beginn der Wallfahrt.

Zum selben Thema: „Im Letzten wissen wir es nicht“

Print Friendly, PDF & Email

von

Schreiben Sie einen Leserbrief

Angabe Ihres tatsächlichen Namens erforderlich, sonst wird der Beitrag nicht veröffentlicht!

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien!

Noch Zeichen.

Bitte erst die Rechenaufgabe lösen! * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.