„Starker Protest notwendig“
TRIER. Polizeipräsident Lothar Schömann hat bedauert, dass Veranstaltungen gegen Rechts in der Vergangenheit in Trier nur einen schwachen Zulauf verzeichneten:“Gerade in diesen Zeiten ist ein starker bürgerlicher Protest notwendig“.
Schömann äußert sich in einem aktuellen Interview von Grenzwertig, dem „Magazin für Migration und Menschenrechte“, das vom Multikulturellen Zentrum herausgegeben wird.
Der Polizeipräsident nimmt in dem Gespräch auch Stellung zu den offenkundigen Ermittlungspannen der Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit der Mordserie der Zwickauer Terrorzelle NSU. „Als Polizeibeamter habe ich es nicht für möglich gehalten, dass eine solche Gruppe so lange verborgen bleibt. Da haben Fehleinschätzungen stattgefunden. Die Fehler der Sicherheitsbehörden müssen jetzt aufgearbeitet werden und dann muss es möglicherweise zu einer Neuausrichtung kommen“, so Schömann. Bislang gebe es keine Verbindungen nach Trier, doch wolle er nicht ausschließen, dass im Zuge der weiteren Ermittlungen auch eine Spur in die Moselstadt führen könnte.
Der Polizeipräsident warnte unterdessen davor, die Aktivitäten der rechten Szene vor Ort zu verharmlosen: „Man darf das nicht unterschätzen. Wir haben hier in Trier viele, wenn auch kleine NPD Aktionen“. Schömann weiter: „Die Gegendemos sind personell im Vergleich zu anderen Städten schwach. Der bürgerliche Protest scheint hier in Trier nicht den Zulauf zu finden“. Damit werde es versäumt, ein „klares Zeichen gegen Rechts“ zu setzen. „Als Staatsbürger finde ich das sehr schade“, so Schömann.
von Marcus Stölb
