„Wir dulden keinen Aufschub“
TRIER. Mit deutlicher Kritik hat die SPD-Ratsfraktion auf die Ankündigung des Zweckverbands SPNV Nord reagiert, die Trierer Westtrasse nicht vor Ende 2017 für den Personenverkehr zu reaktivieren. Auch die Landesregierung müsse endlich konkrete Zusagen machen.
16vor hatte am vergangenen Dienstag über den neuen Zeitplan des SPNV Nord berichtet. Demnach ist mit einer Reakivierung der Trasse nicht vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 zu rechnen. Der SPNV stellt sich nun auf den Standpunkt, dass es nie eine Zusage für einen Start in 2015 gegeben habe und deshalb von Verzögerungen nicht die Rede sein könne.
Man sehe in der Reaktivierung der Westtrasse einen „entscheidenden Baustein, die problematische Verkehrssituation im Trierer Tal nachhaltig zu verbessern und die Verbindungen nach Luxemburg zu optimieren“, heißt es in einer Mitteilung. Aus diesem Grund sei es für die SPD unerlässlich, dass die Bahnstrecke im Westen der Moselstadt „schnellstmöglich im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Taktes 2015 für den Personenverkehr einbezogen wird“.
„Wenn wir wollen, dass mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen, brauchen wir die Westtrasse als weiteres, attraktives Nahverkehrsangebot innerhalb unseres Verkehrsverbundes. Wir dulden hierbei keinen Aufschub!“, erklärte Sven Teuber am Donnerstag. Der SPD-Fraktionschef weiter: „Wir erwarten von der Landesregierung, wie versprochen, konkrete Zusagen zur Stärkung des ÖPNV, um eine Stärkung des Schienenpersonenverkehrs im Trierer Raum zügig voranzubringen“. Die Streichung der IC-Verbindungen durch die Deutsche Bahn lasse die verkehrliche Erschließung der gesamten Region immer schwieriger werden. „Ein deutliches Zeichen zugunsten der Westtrasse und einer guten Taktdichte der Mosel-Strecke zwischen Koblenz und Luxemburg würde hier ein wichtiges und positives Gegengewicht setzen“, ist Teuber überzeugt.
Rainer Lehnart, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, erinnerte daran, dass die Stadt Trier ohne die Unterstützung des Landes nicht in der Lage sei, die nötige Infrastruktur an Zustiegsmöglichkeiten an der West-wie aber auch der Ost-Trasse zu errichten. „Ohne das Land kommen wir hier nicht weiter. Denn was bringt eine Trasse ohne Bahnhöfe? Hier ist das Land als Partner der Stadt gefordert, diese wichtige Infrastrukturmaßnahme auch finanziell voranzubringen“, ergänzt Lehnart.
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von Marcus Stölb
