Holtzbrinck verkauft Zeitung
STUTTGART. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat sich binnen eines Jahres von Beteiligungen an zwei Regionalzeitungen getrennt. Das müsste in Trier kaum jemanden interessieren, würde nicht auch der Volksfreund zu Holtzbrinck gehören.
Bereits vor einem Jahr zeichnete sich ab, dass sich Verlagschef Stefan von Holtzbrinck von einigen Regionalblättern trennen will. Zwischenzeitlich hat er die Würzburger Main-Post an die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg veräußert. Am Montag gab das Unternehmen bekannt, dass die Augsburger auch die Mehrheit am Südkurier aus Konstanz übernehmen werden. Allerdings muss zunächst noch das Bundeskartellamt grünes Licht geben.
Das könnte auch die Spekulationen über einen Verkauf des Trierischen Volksfreunds erneut anheizen. Vor einem Jahr wurde der Rheinischen Post aus Düsseldorf Interesse an dem Blatt, dessen verkaufte Auflage inzwischen auf unter 90.000 Exemplare gesunken ist, nachgesagt. Auf die Frage, ob Tageszeitungen in seiner Verlagsgruppe überhaupt noch eine Zukunft hätten, äußerte sich Stefan von Holtzbrinck in einem aktuellen Interview mit dem Südkurier eher ausweichend. Das Blatt vom Bodensee hat eine verkaufte Auflage von rund 128.000 Exemplaren und wurde in diesem Jahr von der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Relaunch-Konzept ausgezeichnet. Die Augsburger Allgemeine, die von der Mediengruppe Pressedruck herausgegeben wird, kommt auf eine verkaufte Auflage von mehr als 323.000 Exemplaren.
Holtzbrinck hält eine Mehrheitsbeteiligung an der Saarbrücker Zeitung, die wiederum alleiniger Gesellschafter der Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH ist, die den Trierischen Volksfreund herausgibt.
von Marcus Stölb
