Trierer Verein auf Terrorliste
TRIER. Das Multikulturelle Zentrum findet sich auf der Liste der rechtsterroristischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ wieder. Dies wurde dem Trierer Verein jetzt durch ein Schreiben des Landeskriminalamts mitgeteilt.
Die Liste mit rund 10.000 Namen von Personen und Vereinen, darunter auch Landes- und Bundespolitiker aus Rheinland-Pfalz, sorgt bundesweit für Aufsehen. Zwar gibt es bislang keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass mit der Nennung auf der Liste konkrete Attentats- und Anschlagspläne der Rechtsterroristen verbunden waren, doch fragen sich die Aufgelisteten naturgemäß, weshalb sie auf die Liste gelangten.
„Wir sind schockiert. Derzeit prüfen wir noch, wie wir mit dieser Information umgehen.“, teilte ein Sprecher des Multikulturellen Zentrums, das sich seit Jahren vielfältig gegen Rechtsextremismus engagiert, am Montag mit. Man werde in den kommenden Tagen umfassend Stellung nehmen, kündigte der Verein weiter an.
Weiterer Vortrag in der Reihe „Breivik & Co“
Unterdessen lädt das Multikulturelle Zentrum zu einer weiteren Veranstaltung in der Reihe „Breivik & Co – Zur Verortung eines angeblichen Einzeltäters“ ein. Normalerweise könne es einen Veranstalter nur freuen, wenn das Thema seiner Veranstaltung plötzlich an Relevanz und Aktualität gewinnt, heißt es in einer Mitteilung, doch in diesem Fall sei diese Aufmerksamkeit „eine Bittere“. Zehn Menschen wurden in Deutschland von einer rechtsradikalen Terrorgruppe getötet. Umso wichtiger sei es, aufzuklären über die Motive und Ideen, die Menschen zu derartigen Taten animieren.
Die nächste Gelegenheit hierfür bietet an diesem Mittwoch 23. November, um 20 Uhr Professor Erwin Orywal. Der Wissenschaftler wird im Konferenzraum des Mehrgenerationenhauses über „Kultur“ informieren. Was ist Kultur? Wie verändert sie sich und was bleibt unveränderlich? Welche Verhaltensmuster können durch Kultur erklärt werden und welche nicht? Und warum müssen wir die Verwendung des Kulturbegriffs in den Medien einstweilen hinterfragen? Diesen und weiteren Fragen will Orywal in seinem Vortrag nachgehen.
Die Veranstaltung wird finanziert durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“. Veranstalter sind neben dem Multikulturellen Zentrum die Trierer Grünen, die Linke, die SPD-Stadtratsfraktion, die Arbeitsgemeinschaft Frieden, die FWG, Terre des Femmes, die Trierer Jusos und die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. Der Eintritt ist frei.
von 16vor
