Sozial engagiert und humorvoll
TRIER. Er habe das Zeug zum begnadeten Büttenredner: Mit diesem Lob zeichnete die Prinzenzunft der Stadt Trier Bischof Dr. Stephan Ackermann mit dem Franz-Weissebach-Preis 2011 aus.
Der Preis, der nach dem Trierer Mäzen, Schalk und Stifter des Palastgartens Franz Weissebach (1860 bis 1925) benannt ist, würdigt das soziale Engagement sowie den Humor des Trierer Bischofs.
Damit ist Bischof Ackermann nach Dr. Hermann Josef Spital (1994) und Dr. Reinhard Marx (2003) bereits der dritte Bischof von Trier, der mit dem Preis geehrt wird. Dies habe aber nichts mit dem Amt, sondern allein mit der Person zu tun, erklärte der 2. Vorsitzende der Prinzenzunft, Jürgen Schlich, bei der Preisverleihung im Barocksaal der Sektkellerei Bernard-Massard.
Der Preisträger des Vorjahres, Oberbürgermeister Klaus Jensen, begründete in seiner Laudatio, warum Ackermann die Auszeichnung verdient habe. Er sei als Eifeler ein humorvoller, bodenständiger, naturverbundener und authentischer Mensch, der auf die Menschen zugehen könne und deshalb sehr beliebt sei. Mit dem Namensgeber des Preises, Franz Weissebach, verbinde Ackermann „der Sinn für Humor, soziales Engagement, kulturelles Brauchtum und guten Wein“.
Bereits als Jugendlicher habe Ackermann bei Karnevalszügen mitgewirkt; in seiner Zeit als Leiter des Priesterseminars in Lantershofen habe er sich einmal so verkleidet, dass ihn kaum jemand erkannt habe. Zudem zeige Bischof Ackermann in vielen Bereichen, etwa als Vorsitzender von Justitia et Pax sowie in seinem Eintreten für Arbeitslose durch die Aktion Arbeit des Bistums Trier, soziales Engagement. In seiner von humoristischen Einlagen geprägten Dankesrede erklärte der Bischof: „Ich versuche, mein Amt mit Heiterkeit auszuüben, denn Jesus sagte: Sorgt euch nicht“.
Der Bischof bezeichnete sich selbst als Menschen, der als Kind einer Grenzregion zwischen Eifel und Rheinland sowohl die Bodenständigkeit der einen als auch die Heiterkeit der anderen Seite mitbekommen habe. Er griff das Vermächtnis Weissebachs auf, indem er auf die Entstehungsgeschichte des Palastgartens anspielte. Weissebach hatte der Stadt Trier Geld vererbt, jedoch verfügt, dass dieses nur für den Bau eines Krematoriums ausgegeben werden dürfe. Für den Fall, dass sich der Trierer Rat fünf Jahre lang gegen den Bau der umstrittenen Einrichtung aussprechen würde, sollte das Geld für das Anlegen eines Parks verwendet werden. „Die Trierer haben den Palastgarten bekommen, und jetzt streiten sie darüber, ob dort das Grillen erlaubt sein soll oder nicht. Es steigt Rauch auf, aber nur über armen Würstchen – das ist die ewige Rache von Weissebach.“
Das Preisgeld von 1.000 Euro spendete der Bischof an die Frauenwerkstatt des Sozialdienstes Katholischer Frauen. In der Werkstatt sowie im Café Haltepunkt in Trier erhalten Frauen Hilfestellung, Betreuung und Beratung.
von 16vor
