Triers Straßen als Teststrecke
TRIER. Auf Triers Straßen sind seit kurzem zwei Vorserienmodelle des neuen Mercedes-Benz Citaro (C2) unterwegs. Bundesweit gibt es bislang nur zehn Fahrzeuge dieser Art. Die Moselstadt nutzen die Mannheimer quasi als Teststrecke.
Albrecht Classen, Leiter der Abteilung „Technik“ im SWT-Verkehrsbetrieb, ist stolz, dass die neuen Modelle unter anderem in Trier ihre Testrunden drehen: „Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr gut mit Mercedes-Benz zusammen und haben bereits einzelne Fahrzeugkomponenten, wie beispielsweise Gelenkwellen, Drehgelenke, Abgassysteme oder Klimaanlagen in unseren Bussen erprobt. Nun testen wir zum ersten Mal gesamte Fahrzeuge im Linienverkehr.“
Im Rahmen des Feldversuchs, der auf drei Jahre angelegt ist, stehen die Techniker von SWT im regelmäßigen Austausch mit der Entwicklungsabteilung des C2. „Trier als Teststandort hat für uns drei große Vorteile: Erstens die Nähe zum Werk in Mannheim, zweitens die anspruchvolle Topografie, und drittens hohe jährliche Kilometerleistung“, erklärt Gerhard Friedrich, Vertrieb ÖPNV bei Mercedes-Benz. Neue Fahrzeuge fahren bei den Stadtwerke Trier mehr als 100.000 Kilometer pro Jahr. Andere Verkehrsunternehmen kommen laut Unternehmen auf 50.000 bis 60.000 Kilometer Laufleistung.
Aus Sicht von Classen passen die Fahrzeuge in die Unternehmensphilosophie der Stadtwerke: Erstmals sei für einen Stadtlinienbus das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP verfügbar. Damit entspreche der neue Citaro schon jetzt einer erst 2017 in Kraft tretenden EU-Vorschrift. Im nächsten Schritt, voraussichtlich Ende 2012, würden im C2 neue Dieselmotoren mit der künftigen Abgastechnik Euro-6-Norm erprobt. Diese beinhalte ein umfangreiches Abgasnachbehandlungssystem einschließlich Abgasrückführung, Partikelfilter und Oxidationskatalysator.
Diese Neuerungen gilt es in der Praxis zu testen. Wenn die Fahrzeuge sich im Feldversuch bewähren, startet die Serienproduktion voraussichtlich in 2012 – allerdings noch ohne Euro-6-Norm. „Ich gehe davon aus, dass wir im Jahr 2014 auch die ersten Serienfahrzeuge auf unseren Straßen sehen werden“, so Classen abschließend.
von Marcus Stölb
