Diskriminierung die rote Karte zeigen

TRIER. Über ein Dutzend Organisationen, Parteien und Vereine aus der Region kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung diskriminierende Äußerungen von Fans bei Spielen von Eintracht Trier.

„Homo-Fotzen“, „Lutscher-Kowelenz“ und „Kein Bock auf Alerta Gangbang“ schrieben Eintracht-Fans auf Transparente, die sie in den vergangenen Monaten bei den Partien gegen den FC Homburg, die TuS Koblenz und den FC St. Pauli im Block hochhielten. Das Bündnis, das jetzt eine Erklärung dazu abgegeben hat, sieht in den ersten beiden Äußerungen homophobe Botschaften. Die dritte beziehe sich darauf, dass der FC St. Pauli Mitglied des Alerta-Netzwerks ist; einem antirassistischen Projekt, das sich aus Fangruppen verschiedener Vereine zusammensetzt. „Dieser Vorfall ist vor allem deshalb erschreckend, da hier Front gegen ein Projekt gemacht wurde, das weitverbreitete Missstände in deutschen Stadien hinsichtlich Diskriminierung bearbeiten möchte“, heißt es in der Pressemitteilung.

Für die Unterzeichner stehe angesichts des in den letzten Monaten gezeigten Verhaltens einiger Fangruppierungen der Eintracht Trier völlig außer Frage, dass dieses untragbar und nicht akzeptabel sei. „Die angesprochenen Vorfälle zeugen von einer erheblichen Motivation zumindest einiger Mitglieder dieser Gruppen, Diskriminierung in die Stadien zu tragen und dafür freimütig homophobe und tendenziell rechte Slogans zu benutzen.“

Das Bündnis fordert, gegen solche Aktionen vorzugehen. Bei sexistischen, homophoben oder rassistischen Verstößen sollten beispielsweise häufiger Stadionverbote verhängt werden. Zudem werden die Verantwortlichen des
Vereins und der Verein als Ganzes, das Fanprojekt und auch die Fanszene dazu aufgefordert, klare Stellung gegen Diskriminierung zu beziehen und allen Formen von Hass und Ausgrenzung ohne Wenn und Aber die rote Karte zu zeigen. „Insbesondere gegenüber Transparenten, die Menschen offen diskriminieren, Homophobie befördern und Kampagnen gegen Rassismus verunglimpfen ist Untätigkeit ein fatales Signal.“

Die Bemühungen der Akteure dürften sich jedoch nicht nur darauf beschränken. „Mit präventiven Aktionen und Programmen muss ein Klima der Toleranz und des gegenseitigen Respekts geschaffen werden“, so die Unterzeichner. „Gerade dadurch, dass sich auch viele Jugendliche für diesen Sport begeistern, die jedoch auch noch leicht beeinflusst werden können, tragen die Vereine eine große gesellschaftliche Verantwortung, die sie nicht negieren können.“

Man begrüße erste konstruktive Vorschläge des Trierer Fanprojekts, wie dieser Problematik begegnet werden könnte, und fordere den Verein dazu auf, diese
Ideen tatkräftig und strukturell zu unterstützen.

Die komplette Erklärung mit der Angabe sämtlicher Unterzeichner finden Sie hier.

Weiterer Artikel zum Thema: „Solche Schmähungen dürfen sich nicht wiederholen„.

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