Hochkarätig besetzte Tagung
TRIER. Am Samstag beginnt in Trier die viertägige Jahresversammlung der Görres-Gesellschaft, einer Vereinigung von über 3.000 Wissenschaftlern. Zu den Referenten zählen Norbert Lammert, Paul Kirchhof und Heinrich Oberreuter.
Die Görres-Gesellschaft mit Sitz in Bonn wurde im Jahre 1876 von katholischen Forschern und Publizisten mit dem Ziel gegründet, „in Bewahrung ihres im katholischen Glauben wurzelnden Gründungsauftrags wissenschaftliches Leben anzuregen und Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch zu bieten. Sie ist nach dem Publizisten und Hochschullehrer Josef Görres (1776-1848)benannt.
Hatte die Tagung im Vorjahr in Freiburg einen europapolitischen Schwerpunkt, so liegt der Fokus der Trierer Tagung im politikwissenschaftlichen, insbesondere demokratiekritischen Bereich. Am Sonntag, 25. September, spricht in der Promotionsaula der Theologischen Fakultät der renommierte Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter über die „Demokratie in der Krise“. Der Vortrag beginnt um 12 Uhr.
Hauptredner ist bei einem Festakt am selben Tag um 18 Uhr Bundestgaspräsident Norbert Lammert. Er spricht in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin über das Thema „Wahrheiten und Mehrheiten – Zur Urteilsbildung im demokratischen Staat“. Im Rahmen des Festakts erhält der Freiburger Rechtsphilosoph und Staatsrechler Alexander Hollerbach den Ehrenring der Görres-Gesellschaft. „Hollerbach hat sich um die Staat-Kirche-Verträge mit den neuen Bundesländern nach dem Fall der Mauer verdient gemacht“, erläutert Ignaz Bender von der Görres-Gesellschaft in Trier. Die Laudatio hält der ehemalige bayrische Kultusminister und Politikwissenschaftler Hans Maier.
Der Heidelberger Verfassungsrechtler Paul Kirchhof behandelt am Dienstag ab 11.30 Uhr im Hotel „Deutscher Hof“ das Thema „Generationenvertrag und Nachhaltigkeit“. Auch viele Trierer Wissenschaftler sind an der diesjährigen Tagung beteilgt. Vier der sieben Vorträge in der Sektion Kunstgeschichte bestreiten Trierer Gelehrte. So spricht am Montag, 9.15 Uhr, Professor Franz Ronig im Landesmuseum über das Thema „Architektur und Liturgie – dargestellt am Trierer Dom“. In der Sektion Soziologie behandelt am Montag um 10 Uhr im „Deutschen Hof“ der neue Trierer Universitätspräsident Michael Jäckel das Thema „Die Mediengesellschaft heute und vor hundert Jahren“.
Nähere Informationen über die rund hundert Vorträge, die Interessierten offen stehen, finden sich im Internet unter
www.goerres-gesellschaft.de.
von 16vor
