Tickets 4,6 Prozent teurer
TRIER. Nun ist die Katze aus dem Sack: Nutzer des Nahverkehrs in der Region Trier müssen ab Januar deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die zuständigen Gremien der VRT GmbH beschlossen eine Erhöhung der Tarife um 4,6 Prozent.
Damit ist nun eingetreten, was 16vor Anfang September vorab gemeldet hatte: Die Kunden des Bus- und Bahnverkehrs müssen knapp 5 Prozent mehr für ihre Tickets zahlen. Ab 1. Januar 2012 wird das Einzelticket in den Preisstufen 1 und 2 jeweils um 5 Cent auf 1,90 Euro bzw. 2,50 Euro angehoben. Auch in den anderen Preisstufen gibt es etwa gleichverteilte Tariferhöhungen um durchschnittlich 4,6 Prozent. Unverändert bleibt hingegen der Preis für die VRT-Sparkarte bei 19 Euro. Auch das Schüler-Freizeit-Ticket bleibt konstant – die Preise dieser beiden Angebote erhöhen sich nicht.
Noch muss der Landesbetrieb Mobilität den Tarifanpassungen zustimmen, doch erster Widerstand formiert sich bereit. Seit sechs Jahren wird im VRT ein Modell zur Berechnung der Kostenentwicklung als Grundlage für die Tarifentwicklung angewandt. Dieses Modell basiert auf Preisindizes des Statistischen Bundesamtes. Berücksichtigt werden unter anderem die Treibstoff- und Personalkosten sowie Kosten für Ersatzteile, Reifen, Reparaturen und Versicherungen. Diese Daten werden vom Statistisches Bundesamt alljährlich ermittelt und von der VRT GmbH zusammengefasst und den Gremien zur Abstimmung vorgelegt.
Die Kostensteigerung im Betrachtungszeitraum habe beim Dieselkraftstoff bei 14,7 Prozent, bei den Reifen um 3,4 Prozent und bei den Personalkosten bei 1,6 Prozent gelegen, bezifferte die VRT GmbH. Nicht berücksichtigt wurden demnach „die rückläufigen Einnahmen der Verkehrsunternehmen durch den demographischen Wandel“. Die Probleme und Aufgaben, die durch den Rückgang der Schülerzahlen entstünden, würden in den Gremien des VRT und des Landes beraten und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.
Nach Darstellung der Grünen in Stadt und Kreis könnte es für die Fahrgäste im nächsten Jahr noch dicker kommen. Für den Fall, dass die Erhöhung zum Januar „nicht auskömmlich“ sei, habe man eine zusätzliche Tarifsteigerung um weitere 1,9 Prozent zum 1. April 2012 ins Auge gefasst, heißt es in einer Stellungnahme der Partei. Das würde eine Gesamterhöhung der Tarife um fast 7 Prozent im Jahr 2012 bedeuten. Nach Informationen von 16vor hatte der Landesbetrieb Mobilität angekündigt, im Falle einer höhung um 5 Prozent und mehr eine Preisprüfung vorzunehmen. Auch das soll ein Grund gewesen sein, weshalb man sich in den Gremien auf eine Erhöhung von knapp unter 5 Prozent einigte.
Die Grünen fordern nun vom LBM eine Preisprüfung durchzuführen. „Seit der Existenz des VRT wurde niemals eine durchgeführt. Diese Preisprüfung muss unabhängig davon erfolgen, ob im Jahr 2012 tatsächlich eine Gesamterhöhung von über 5 Prozent stattfindet oder nicht, verlangen die verkehrspolitischen Sprecherin der Grünen in Stadt und Kreis, Anja Matatko-Reinermann und Sabina Quijano. Darüber hinaus verlange man, „die dem Zweckverband zugrunde liegenden Verträge und Vereinbarungen mit der VRT GmbH zu überprüfen: Beinhalten sie eine einseitige Benachteiligung der Träger (Kreise und Stadt) und verlagern das unternehmerische Risiko von den Unternehmen auf die Öffentliche Hand?“
Laut den Grünen sollen die rückläufigen Einnahmen der Verkehrsbetriebe aufgrund zurückgehender Schülerzahlen „zusätzlich und über die getroffenen Vereinbarungen hinaus ausgeglichen werden, und zwar in erster Linie durch die öffentliche Hand, also die Kreise und die Stadt Trier“. Dies bedeute allein für die Stadt und den Kreis Trier-Saarburg geschätzte Mehrkosten von jeweils 250.000 Euro, schreiben die Grünen.
von Marcus Stölb
