„Unverzügliche Mängelbeseitigung“
CATTENOM. Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz (CDU) verlangt von der französischen Atomaufsicht eine „umfassende Aufklärung“ zu etwaigen Mängeln am Kernkraftwerk Cattenom.
Er habe Meldungen der Behörde zur technischen Ausstattung des AKW „mit Besorgnis zur Kenntnis genommen“, erklärte der Christdemokrat am Mittwoch. „Falls es zutrifft, dass in dem Prüfbericht von einer Reihe von Sicherheitsdefiziten und technischen Mängeln die Rede ist, dann muss der Betreiber des Kernkraftwerkes unverzüglich und transparent auch die Anrainer in Luxemburg und Deutschland über den Sachverhalt informieren“, forderte der Landrat. Schartz verlangt zudem eine „unverzügliche Mängelbeseitigung“. Bis dahin sollten die betroffenen Meiler vom Netz genommen werden.
Das Land Rheinland-Pfalz müsse als zuständige Behörde umfassende Informationen einfordern und diese an die Anrainer weitergeben. „Erneut hat sich gezeigt, dass eine transparente und zügige Informationspolitik durch den Betreiber EDF allein nicht gegeben zu sein scheint“, kritisiert Schartz. Dass man erneut aus der Presse über sicherheitsrelevante Sachverhalte erfahre, könne in Zukunft nicht mehr angehen.
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Nabinger warf dem Betreiber EDF vor, den Zustand des AKW Cattenom zu beschönigen. Sie verlangte eine sofortige Abschaltung. „In dem jetzt veröffentlichten Zwischenbericht zum Stresstest in Cattenom stellt der Betreiber EDF den Zustand des AKWs in einem viel zu positiven Licht dar“, so Nabinger. Im Gegensatz hierzu habe die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN) noch im August gravierende Mängel in dem Atomkraftwerk festgestellt. „Der Betreiber hat zuallererst ein wirtschaftliches Interesse, Cattenom so lange wie möglich am Netz zu lassen. Dies darf aber nicht bedeuten, dass die Mängel und Risiken des AKWs beschönigt oder verschwiegen werden“ warnte die atompolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von B90/Die Grünen.
von 16vor
