Durchbruch für die Loebstraße?

TRIER. In der seit Jahren andauernden Auseinandersetzung über den Ausbau der Loebstraße hat es offenbar einen Durchbruch gegeben. Stadt und Hwk teilten mit, dass man sich mehrheitlich auf die Planung der Verwaltung geeinigt habe.

In der letzten Sitzung des Stadtrats vor der Sommerpause hatte der Stadtrat über den Bebauungsplan BN 79 „Ausbau Loebstraße“ entscheiden sollen, doch völlig überraschend verlangte die CDU plötzlich die Absetzung des Tagesordnungspunkts, nachdem Anlieger Wolfgang Natus in einem Schreiben behauptet hatte, dass die städtische Variante rund 900.000 Euro teurer komme als die vom Baudezernat vorgelegte. Mit Unterstützung von FWG und FDP verweigerte der Stadtrat der Verwaltungsvorlage ihre Zustimmung – trotz eindringlicher Bitten von OB Klaus Jensen (SPD) und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.

Nun scheint es endlich eine Einigung in dem Konflikt zu geben. Vergangene Woche gab es ein erneutes Gespräch zwischen der Interessensgemeinschaft Loebstraße (IG Loebstraße), der Handwerkskammer und dem Baudezernat, teilte das Rathaus am Freitag mit. Weiter ließen Kaes-Torchiani und der HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Bitter mitteilen: „Nach eingehender Diskussion der zuletzt von den Anliegern verfolgten Variante und der städtischen Lösung hat jetzt die Mehrheit der Anlieger der Planung der Stadt zugestimmt“. Hiernach erhält die Loebstraße eine Fahrbahnbreite von 6,50 Meter. Der Radweg verläuft im Zweirichtungsverkehr auf einer Breite von 2,50 Meter auf der Nordseite parallel zur Loebstraße. Die Anlieger sollen frühzeitig über die Einrichtung und Verkehrsführung während der Bauphase informiert werden, verspricht die Stadt.

Den Ausschlag für die städtische Planung gab offenbar der drohende Verlust von noch mehr Parkplätzen entlang der Loebstraße. Wie Dr. Matthias Schwalbach von der Hwk erklärte, hätten neuerliche Untersuchungen der von der Interessengemeinschaft vorgeschlagenen Planungsvariante ergeben, dass zusätzlich etwa 85 Stellplätze hätten weichen müssen. Die IG hatte zuletzt vorgeschlagen, dass der geplante Radweg entlang des Autobahndamms, also hinter den Parkplätzen führt werden sollte. Da sich Teile der Flächen zudem im Besitz des Bundes befänden, sei es fraglich, ob die Stadt in deren Besitz käme. Denn laut Schwalbach gibt es schon seit längeren Überlegungen, die Standspur der A 602 in diesem Bereich zu verbreitern. Diese Argumente hätten schließlich eine „deutliche Mehrheit“ der Anlieger von der städtischen Planung überzeugt.

Ob sich Wolfgang Natus ebenfalls hat überzeugen lassen, wollte Schwalbach nicht verraten. Natus, der zu den entschiedendsten Gegnern der städtischen Planungen und eines Radwegs entlang der Loebstraße zählt, war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Schwalbach erklärte, er sei sehr zuversichtlich, dass der Konflikt nun beigelegt sei.

Im zweiten Anlauf soll der Bebauungsplan BN 79 „Ausbau Loebstraße“ nun in seiner nächsten Sitzung am 29. September dem Stadtrat als Satzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Es scheint kaum vorstellbar, dass sich angesichts der Einigung mit einer Mehrheit der Anlieger, darunter der Handwerkskammer, erneut eine Mehrheit gegen die Vorlage finden wird.

Weitere Informationen: Fax mit Folgen

 

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