„Kaum genutztes Prestigeobjekt“

TRIER. Die Trierer Unternehmen westlich der Mosel haben kein Interesse an einer Reaktivierung der Westtrasse. Das behauptet zumindest die FWG und beruft sich auf eine Umfrage unter ortsansässigen Firmen.

Die Freien Wähler wollten wissen, ob es von den dort ansässigen Firmen einen Bedarf und eine Akzeptanz für die Westtrasse gibt? Die FWG fragte nach, welche Verkehrsmittel die Beschäftigten derzeit benutzen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen; wie viel Prozent der Beschäftigten eine reaktivierte Westtrasse voraussichtlich nutzen würden, um ihren Arbeitsplatz per Bahn statt mit dem Auto zu erreichen; wie viel Prozent des Warenverkehrs derzeit per Bahn erfolgt und schließlich wie viel Prozent des Warenverkehrs von der Straße auf die Schiene verlagert werden könnte?

Das nicht wirklich überraschende Ergebnis der FWG-Umfrage: Der weitaus größte Teil der Beschäftigten komme derzeit mit dem Auto zur Arbeitsstelle. Von den 220 angeschriebenen Firmen hätten zwischenzeitlich allerdings lediglich 43 geantwortet. Bei nur sieben Firmen gehe man davon aus, dass „einige ganz wenige Beschäftigte vom Auto auf die Bahn umsteigen könnten“, heißt es weiter in einer Mitteilung der FWG-Fraktion. „Null Prozent würden den Warenverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern“, so das Fazit aus Sicht der Freien Wähler. Eine Firma vertrete die Auffassung, dass die Reaktivierung der Westtrasse „rausgeschmissenes Geld“ sei, mehrere Betriebe forderten weiterhin den Moselaufstieg.

Das Ergebnis zeige eindeutig, dass bei den dort ansässigen Betrieben kein Interesse an der Westtrasse besteht und es stelle sich die Frage, ob es zu verantworten sei, dass die Landesregierung mit Unterstützung der Stadt Steuergelder für „ein kaum genutztes Prestigeobjekt“ ausgebe, zog FWG-Fraktionschefin Christiane Probst aus der Rückmeldung einiger weniger Unternehmer ihre Schlüsse.

Eine Umfrage unter Luxemburg-Pendlern, die nach dem Willen der Befürworter des Projekts mit einer Reaktivierung der Westtrasse zum Umstieg auf die Bahn bewegt werden sollen, hat die FWG bislang nicht durchgeführt. Die Feststellung, dass kein einziges der befragten Unternehmen seinen Warenverkehr auf die Schiene verlagern würde, verwundert kaum, ist doch ausschließlich die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke geplant. Dass Firmen ihre Güter künftig im Regionalexpress von Igel nach Ehrang transportieren, dürfte denn auch keiner der Befürworter einer Reaktivierung der Westtrasse ernsthaft erwarten.

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