Desaströse Südbad-Saison
TRIER. Wegen des unbeständigen Wetters öffnet das Südbad am kommenden Freitag zum letzten Mal in dieser Saison. Die Anlage verzeichnete 2011 einen dramatischen Besucherrückgang, für die Einnahmenausfälle muss nun die Stadt aufkommen.
In der fast beendeten Südbadsaison lag die Besucherzahl mit rund 50.550 etwa 50 Prozent unter dem Wert von 2010, teilte das Rathaus am Montag mit. Hauptgrund war nach Einschätzung des städtischen Sportamts das unbeständige, wechselhafte und kühle Wetter während der besucherstärksten Zeit in den Sommerferien. Allein im Juni und Juli wurden mit rund 24.000 Besuchern rund 61.000 weniger registriert als im Vorjahreszeitraum (85.000 Besucher). Da die Stadt im Rahmen des Public-Private-Partnership-Projekts, das bei der Sanierung des Bads zum Einsatz kam, mit dem privaten Betreiber der Anlage einen festen monatlichen Betriebskostenzuschuss vereinbart hat, liegt das volle Einnahmenrisiko beim Steuerzahler.
Im Nordbad fiel der Rückgang dank der garantiert konstanten Wassertemperatur von 24 Grad und der hohen Zahl an Stammkunden etwas niedriger aus: Dort wurden bislang ebenfalls 50 000 Besucher gezählt und damit rund fünf Prozent weniger als 2010. Das Freibad Trier-Nord steht den Sportfreunden dagegen weiterhin zur Verfügung: werktags von 6 bis 19.30 und am Wochenende von 9 bis 18 Uhr.
Tourismus-Chef sehr zufrieden
Derweil konnte das kühle und regnerische Wetter im Juni und Juli der Anziehungskraft Triers offenbar wenig anhaben. Hans-Albert Becker, Geschäftsführer der Trierer Tourist-Information, ist mit der Sommersaison 2011 bislang zumindest „sehr zufrieden“. Man habe sogar von den Wetterkapriolen profitiert. Gerade dann hätten viele nach einer Alternative zum Freibadbesuch, dem Grillen oder der Radtour gesucht und eine Führung gebucht. Obwohl die Außengastronomie unter dem schlechten Wetter gelitten habe, habe die Stadt insgesamt davon profitiert. „Das gilt nicht nur für uns, sondern vermutlich auch für den Einzelhandel“, sagt Becker. Vor allem die Innenstadt-Sehenswürdigkeiten hätten die Gäste auch bei trüberem Wetter angelockt. Viele im Umland untergebrachte Touristen seien gekommen, weil etwa die geplante Wanderung ins Wasser fiel. Bei den Rundgängen verzeichnete die TIT eine große Nachfrage, so bei der Kindertour „2000 Jahre – 4000 Schrittchen“, dem „Nachtschwärmer“-Ausflug und der Führung „Dreij Trierer Mädercher“. In vielen Fällen seien kurzfristig Zusatztermine nötig gewesen.
Bei Übernachtungen und Gruppenreisen gebe es bislang keine Anzeichen für einen Rückgang. Zudem stehe der Herbst als traditionell besucherstärkste Tourismuszeit noch vor der Tür. Die Bilanz 2011 könnte darüber hinaus dank der Aktion „Winterliches Trier“ mit der Eisbahn auf dem Kornmarkt noch etwas besser ausfallen, hofft Becker. Vor allem im bisher eher schwächeren Januar deute sich ein Aufwärtstrend an.
Verbesserungspotenzial räumte der TIT-Chef bei der Aktion „Achtung Eltern!“ ein. Erstmals waren im Januar Väter und Mütter von neu in Trier ansässigen Studenten eingeladen worden. Weil die TIT mit der Resonanz nicht zufrieden ist, soll die Werbung an der Universität Trier intensiviert werden und schon zu Beginn des Wintersemesters starten. Große Chancen für einen weiteren Zuwachs bei Ausflüglern und Mehrtagesgästen sieht der TIT-Chef im Wandertourismus. Der neu ausgewiesene Verbindungsweg zwischen dem Eifel- und dem Saar-Hunsrück-Steig sei ein Erfolg. Derzeit arbeitet die TIT unter anderem daran, dass die dringend benötigte „Traumschleife“ entsteht. Sie soll auf einen etwa zwölf Kilometer langen Rundweg die Anbindung zum Saar-Hunsrück-Steig schaffen. Ein „großer touristischer Erfolg“ sei erneut die Rallye-WM gewesen. Die Beherbergungsbetriebe in der Region waren laut Becker fast komplett ausgebucht und am TIT-Counter zeitweise die Kapazitätsgrenzen erreicht.
von 16vor
