„Keinen prägenden Einfluss“
TRIER. Der RWE-Konzern plant derzeit nicht, seine Beteiligung an den Trierer Stadtwerken zu veräußern. Das erklärte OB und SWT-Aufsichtsratschef Klaus Jensen am Donnerstagabend vor dem Stadtrat.
In der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung hatten Vertreter des Trierer Antiatomnetzes die Forderung erhoben, die SWT Stadtwerke Versorgungs GmbH solle sich vom 18,7-Prozent-Anteil der RWE RWN Beteiligungsgesellschaft Mitte mbH verabschieden. Ansonsten leide das klimapolitische Engagement des Trierer Unternehmens und sei nicht glaubwürdig, da der Essener Konzern weiterhin auf Atomstrom und Kohlekraft setze. In diesem Zusammenhang wollten die Vertreter des Antiatomnetzes auch wissen, ob die Beteiligung der Stadtwerke am Neubau eines Kohlekraftwerks in Hamm aufgegeben wird.
OB Klaus Jensen erklärte, das RWE übe mit seiner Minderheitsbeteiligung „keinen prägenden Einfluss auf die Geschäftspolitik“ des Trierer Versorgers aus. Die Essener hätten auch nicht bekundet, sich von ihren Anteilen trennen zu wollen. Dass die Stadtwerke sich ihrerseits von der RWE-Beteiligung trennen, sei rechtlich nicht möglich. Sollte der Konzern aber entsprechende Absichten äußern, so werde man ernsthaft prüfen, ob die Stadtwerke die Anteile zurückkauften. Dies sei aber auch eine Frage des Preises, ein Rückkauf der Beteiligung dürfe nicht dazu führen, dass die Investitionen der Stadtwerke in den Bau von Anlagen für erneuerbare Energien gebremst würden, warnte Jensen. Was das Kohlekraftwerk in Hamm anbelangt, werde derzeit ein Ertragswertgutachten erstellt. Dieses liege voraussichtlich bis Ende des Jahres vor, dann würden die Gremien sich erneut mit der Frage schon vor einigen Monaten diskustierten Frage befassen. Der OB erinnerte an die sich binnen eines Jahres wiedergeholt gewandelten Rahmenbedingungen. Hatte es nach der Verlängerung der Restlaufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke noch danach ausgesehen, als sei die Beteiligung an dem Kraftwerk nicht nur klimapolitisch, sondern auch betriebswirtschaftlich bedenklich, stellt sich die Situation nach den Beschlüssen infolge der Fukushima-Katastrophe wieder anders dar.
von Marcus Stölb
