Vollsperrung programmiert

TRIER/LUXEMBURG. Der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Igel und Wasserbillig wird sich um mindestens zwei Jahre verzögern. Zudem droht der wichtigen Strecke eine mehrmonatige Vollsperrung.

Auf einem regionalen Verkehrsgipfel hatten der seinerzeitige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und OB Klaus Jensen (SPD) vereinbart, dass die Verbindung bis spätestens Ende 2012 durchgehend zweigleisig ausgebaut sein sollte (wir berichteten). Doch nach der Bundestagswahl und dem Wechsel von Tiefensee zu Peter Ramsauer (CSU) kam das Projekt erneut auf den Prüfstand, womit rasch klar war, dass sich der im Juli 2007 in Trier skizzierte Zeitplan nicht mehr würde einhalten lassen. Erst im Oktober letzten Jahres fanden die Verantwortlichen eine Finanzierungslösung für das 19-Millionen-Projekt: Neben dem Bund (10 Millionen) und dem Land (1 Million) steuert das benachbarte Großherzogtum 8 Millionen Euro für den Ausbau des deutschen Streckenabschnitts bei. Ohne die massive Unterstützung der luxemburgischen Seite hätte Berlin dem Vernehmen nach die Maßnahme, welche die Fahrtzeit zwischen Trier und Luxemburg verkürzen und neue Kapazitäten auf der Strecke schaffen soll, wieder abmoderiert (wir berichteten mehrfach).

Nun zeichnet sich ab, dass mit einer Realisierung des Projekts nicht vor 2014 zu rechnen ist.  Zwar beginne das Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben noch in diesem Jahr, teilte der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (CDU) jetzt mit, und auch die Absichtserklärung des Bundesverkehrsministeriums mit dem Großherzogtum werde laut Bahn AG noch 2011 unterzeichnet, doch bis die Arbeiten starten, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Er freue sich, „dass es voran geht beim zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke“, erklärt Kaster, um sodann den weiteren Ablauf zu erläutern: „Auf die Unterzeichnung der angestrebten Absichtserklärung folgen dann die konkreten Finanzierungsverträge zwischen Bund/Land und Bahn“. Wichtig sei für ihn, dass die DB Netz AG „unabhängig davon die Planungen für die Maßnahme jetzt zügig fortführt“.

Kaster kritisiert, dass die gesamte Umsetzung des Projekts von einer Absichtserklärung über die Finanzierungsvereinbarung bis hin zur Planfeststellung zu lange dauere. Man habe ihm vonseiten der Deutschen Bahn AG versichert, dass – ausgehend von einer ca. vierzehnmonatigen Dauer des Planfeststellungsverfahrens – eine Inbetriebnahme 2014 unter Vollsperrung von mehreren Monaten erreichbar sei. Da jedoch sowohl Deutschland als auch Luxemburg dies ablehnten, überarbeite die Bahn derzeit ihre Planungen im Hinblick auf eine Verkürzung der Vollsperrung, teilte der Parlamentarier weiter mit. Eine spätere Vollsperrung, beispielsweise 2015, könnte ein anderes ambitioniertes Vorhaben berühren: die Reaktivierung der Westtrasse. Der Zweckverband SPNV Nord will in vier Jahren die seit Anfang der 80er nicht mehr für den Personenverkehr genutzten Schienen wieder befahren lassen. Dann soll es stündliche Verbindungen von Ehrang über Trier-West und Zewen nach Luxemburg geben. SPNV-Chef Dr. Thomas Geyer hatte schon vor längerem gegenüber 16vor erklärt, dass der zweigleisige Ausbau bei Igel eine wesentliche Voraussetzung für eine Aufnahme des Verkehrs auf der Trierer Westtrasse sei.

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