Erinnerung an ermordete Sinti

TRIER. OB Klaus Jensen ruft zu Spenden für ein Denkmal für im Dritten Reich ermordete Sinti aus Trier auf. Eine vom Trierer Künstler Clas Steinmann entworfene Stelenreihe hinter dem Dom soll an deren Schicksal erinnern.

Über 500 000 Sinti und Roma wurden während der Zeit des Nationalsozialismus in Europa ermordet. Von den Verbrechen blieb auch Trier nicht verschont. Von 1938 bis 1943 wurden Sinti mit ihren Familien aus unserer Stadt in verschiedene Konzentrationslager und Ghettos im besetzten Polen, nach Auschwitz-Birkenau und nach Sachsenhausen deportiert, wo sie schwerster Zwangsarbeit ausgesetzt waren oder ermordet wurden. Diesen Verbrechen wurde in der Nachkriegszeit nicht immer die gebührende Beachtung zuteil. Vielfach wurde der Völkermord an den Sinti und Roma als ein „vergessener Holocaust“ bezeichnet.

„In Trier gibt es gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma schon seit längerer Zeit Überlegungen, wie der von den Nazis verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedacht und somit ein Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet werden kann“, heißt es in Jensens Aufruf. „Auch dank der Unterstützung des Trierer Domkapitels kam man überein, auf dem zukünftigen umgestalteten Bischof-Stein-Platz, dem heutigen Platz ‚Hinter dem Dom‘, einen Ort des Gedenkens zu errichten. Eine vom Trierer Künstler Clas Steinmann entworfene Stelenreihe soll an das Schicksal der Trierer Sinti erinnern. Ich meine, wir sind unseren geschundenen und ermordeten Mitbürgerinnen und Mitbürgern diese Geste des Nichtvergessens schuldig, auch wenn das schreckliche Geschehen schon einige Jahrzehnte zurückliegt.“

Die Gestaltung des Denkmals sei so ausgerichtet, dass vor allem auch die heutige Jugend und somit zukünftige Generationen an die unvorstellbaren Ereignisse von damals erinnert würden, „damit sich das Furchtbare nie mehr wiederholt!“

„Neben öffentlichen Zuwendungen sind wir für die Finanzierung des Projekts (rund 75 000 Euro) auf die Unterstützung der Triererinnen und Trierer angewiesen“, so Jensen. „Ich wende mich daher mit der großen Bitte an Sie, mit einer Spende die Errichtung dieses Gedenkortes zu ermöglichen. Jeder Betrag ist ein wichtiger Baustein!“

Spendenkonto: Nr. 900 001, Sparkasse Trier, BLZ 585 501 30, Kennwort: „Mahnmal Sinti und Roma“. Spendenquittung wird erteilt.

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