Optimismus trotz Schwierigkeiten
TRIER. Die Weinbauunternehmen an der Mosel beurteilen ihre Geschäftserwartungen mehrheitlich positiv. Dennoch seien die Rahmenbedingungen weiterhin schwierig, heißt es in einer Mitteilung der IHK.
Die verfügbare Weinmenge sei knapp und die dadurch gestiegenen Preise sorgten für Absatzprobleme, so die Industrie- und Handelskammer. „Insbesondere die Unternehmen, die im internationalen Lebensmittelmarkt agieren und im intensiven Preiswettbewerb stehen, klagen auf Grund von Lieferengpässen über Absatzeinbußen bei rheinland-pfälzischen Weinen“, beschreibt IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses die Auswertungen der jüngsten Branchenerhebung. Man müsse bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage stark differenzieren, denn in einigen Fällen hätten die Einkäufer im Handel in den Preisverhandlungen auch höhere Einstiegspreise akzeptiert.
Hinzu komme, dass die Weingüter trotz des teils höheren Preislevels ihre Lieferungen an Endverbraucher, Fachhandel und Gastronomie stabilisieren konnten. Im direkten Kontakt zu den Kunden seien Preiserhöhungen offensichtlich leichter zu argumentieren. „Es gibt aber auch Betriebe, die ihre Preise nicht verändert haben und die in der jetzigen Phase Verluste in Kauf nehmen, um ihre Kunden zu halten oder die Regalplätze weiter zu sichern“, so Ehses weiter.
Das trotz des „qualitativ hervorragenden“ 2010er Jahrgangs schwierige Marktumfeld überträgt sich nach Einschätzung der IHK Trier auch auf die Lieferungen ins Ausland. Absatzverluste weisen insbesondere die Länder aus, in denen der Handel preisaggressiv arbeitet und im Basissegment ein hoher Wettbewerb unterschiedlicher Weinregionen besteht. Die Einbußen für Weine von Rhein und Mosel gab es in Großbritannien, Niederlande, Polen und Russland. Durchaus stabile Marktverhältnisse zeichnen sich in USA, Kanada und Norwegen ab. In einzelnen asiatischen Ländern sei etwas mehr Dynamik festzustellen, wo selbst bei leichten Preiskorrekturen nach oben im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen der Absatz zugelegt habe, erklärt die Kammer.
Hoffnung auf eine allgemein entspanntere Marktsituation mache den Beteiligten der neue Jahrgang, der „mit deutlichem Vegetationsvorsprung eine frühe und zugleich qualitativ vielversprechende Ernte in Aussicht stellt“. Die von Erzeuger- und auch von Vermarkterseite als zu niedrig beschriebenen Lagerbestände ließen sich mit einem normalen Ernteergebnis wieder etwas ausgleichen. „Das würde der Weinbranche helfen, auch künftig alle Segmente vom Discount bis zur Spitzengastronomie mit unseren Weinen besetzt zu halten“, beschreibt IHK-Geschäftsführer Ehses die Aussichten. Für die großen rheinland-pfälzischen Anbaugebiete Pfalz, Rheinhessen und Mosel sei es wichtig, im Absatz breit aufgestellt zu bleiben und im In- und Ausland in unterschiedlichsten Preissegmenten Präsenz zu zeigen.
von 16vor
