Doerfert-Urteil vertagt
TRIER. Im seit April andauernden Prozess gegen Hans-Joachim Doerfert ist auch am heutigen elften Verhandlungstag noch kein Urteil gesprochen worden. Für den 16. August setzte das Amtsgericht nun eine weitere Verhandlung an.
Dem 67-Jährigen werden von der Staatsanwaltschaft Insolvenzverschleppung und Veruntreuung zur Last gelegt. Doerfert weist die Vorwürfe zurück (wir berichteten).
Eigentlich hatten heute die Plädoyers gehalten und ein Urteil gesprochen werden sollen. So war der Plan, doch weil ein Ende vergangener Woche fertiggestelltes Gutachten, in dem ein Sachverständiger über einen längeren Zeitraum die Transaktionen auf Doerferts Konto studiert und zugeordnet hat, weder dem Angeklagten noch dessen Verteidiger vor dem Verhandlungstag vorlagen, wird sich das Verfahren nun weiter hinziehen. Zwar hatte Richter Helmut Reusch das achtseitige Dokument verlesen, doch wegen einiger Unstimmigkeiten wolle er das Gutachten erst einmal in Ruhe prüfen, verlangte Doerfert. Reusch gab diesem Wunsch statt und setzte einen weiteren Verhandlungstag an.
Dann wolle er aber zu einem Ende kommen, kündigte der Richter an, woraufhin Doerfert ihm vorschlug, dass Verfahren doch einfach einzustellen, dann sei es noch schneller zu Ende. Darauf ließen sich erwartungsgemäß weder der amüsierte Richter noch die Staatsanwaltschaft ein. Der Angeklagte machte unterdessen klar, dass er eine Verurteilung nicht hinnehmen würde. Mehrfach ließ er durchblicken, dass er Berufung einlegen wird, sollte er ein weiteres Mal verurteilt werden.
Weitere Informationen: „Ich war immer ein Kleiner“
von Marcus Stölb
